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Zwei Turmfalken

Turmfalke

Turmfalken nutzen im Stadtgebiet vor allem Mauernischen hoher Gebäude als Brutplatz, sind aber auch im Gebirge oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu finden

29.7.2021

Während die Männchen an Kopf, Schwanz und Bürzel hellgrau sind, ist ihr Rücken rotbraun gefärbt. Das Schwanzende ist grau mit einer deutlichen schwarzen Querbinde und einem weißen Saum.
Bei den Weibchen ist hingegen das Gefieder einheitlich braun, nicht rotbraun wie beim Männchen und der Schwanz ist braunschwarz gebändert.

Eine wichtige Aufgabe der EULEN- UND GREIFVOGELSTATION Haringsee besteht darin, pro Jahr ca. 100 jungeTurmfalken, die in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland eingesammelt werden, aufzuziehen und freizulassen. Auch Gelege, die bei Hausrenovierungen entdeckt werden und wegen der Umbauarbeiten nicht an ihrem Platz bleiben können, werden geborgen und in die Station gebracht.

Zur Aufzucht wird die Hilfe von sogenannten Ammeneltern in Anspruch genommen, ebenso werden geborgene Eier einem Ammenpaar zu weiteren Bebrütung untergelegt. Flugfähige Junge werden in große Übungsvolieren übersiedelt und nach längerem Flugtraining freigelassen. Vor der Freilassung werden alle Jungvögel mit Ringen einer Vogelwarte markiert, um eine Verfolgung ihres späteren Lebens zu ermöglichen.

Wussten sie schon?

Fakten über Turmfalken

Turmfalken ernähren sich, entgegen eines verbreiteten Irrtums, nicht von Stadttauben. Beide Vogelarten leben und brüten in Eintracht nebeneinander.

Sehr oft kann man Turmfalken über offenem Land, entlang von Landstraßen und Autobahnen rütteln sehen. Dabei stehen die Falken mit schnellen, schwirrenden Flügelschlägen und nach unten gefächertem Schwanz in der Luft. Der Kopf bleibt dabei immer an derselben Stelle und beobachtet mit sprichwörtlichen Falkenaugen ein Beutetier, denn an den Böschungen der Autobahnen finden zahlreiche Wühlmäuse gute Lebensbedingungen.

Turmfalken sind auf offenen oder halboffenen landwirtschaftlich genutzten Flächen zu finden, wo sie in Krähennestern in Feldgehölzen, in Felswänden oder Einzelgehöften brüten, ebenso wie im Gebirge oder im städtischen Gebiet. Hier leben sie nicht nur an den Siedlungsrändern wie der Sperber, sondern auch in stark verbauten Bereichen in Kirchtürmen, Industrieanlagen, Dachböden und Mauervorsprüngen von Alt- oder Neubauten, wo auch gebrütet wird. Solche „Stadtbewohner“  fliegen oft bis zu 5 km zu ihren ländlichen Jagdgebieten.

Körpermaße

Körpermaße


Länge: 34-36 cm
Flügelspannweite: 71-80 cm
Gewicht: 150-280 g

Fortpflanzung

Fortpflanzung


Brutzeit: April-Juni
Gelege: 3-7 weiße/rostfarbene Eier

Brutdauer: 29 Tage

Nestlingsdauer: 28-32 Tage

Nahrung

Nahrung


Hauptnahrung sind Mäuse, seltener auch größere Insekten, Kleinvögel und Eidechsen.

Gefährdung

Turmfalken brüten in Städten in Nischen hoher Gebäude oder auf Kirchtürmen. Machen die dort geschlüpften und aufgezogenen Jungvögel ihre ersten Flugversuche oder ist die Drängelei im Nest durch viele Geschwister zu groß, stürzen manche Junge ab. Auch auf dem Land steigen die Jungfalken ab einem gewissen Alter mehr oder weniger freiwillig aus dem Nest. Sie werden von den Eltern bis zum Selbstständigwerden weitergefüttert.

In der Stadt ergeben sich für Jungtiere und ihre Eltern durch die menschliche Zivilisation erhebliche Probleme. Es kann durchaus passieren, dass der abgestürzte Jungvogel in einem Innenhof, sehr häufig aber auch auf einem stark frequentierten Gehsteig oder einer größeren Durchzugstraße landet.

Besteht die Möglichkeit, das Junge auf ein Flachdach, einen Balkon oder einen höheren Baum zu setzen, sollte diese unbedingt genutzt werden. Die Altvögel nehmen menschlichen Geruch nicht wahr, das Junge kann also ohne Risiko berührt werden, die Eltern versorgen ihr Kind weiter. Ist diese Möglichkeit durch zu starkes Verkehrsaufkommen nicht gegeben, bitten wir, den Jungvogel direkt in eine kompetente Wildtierstation zu bringen.

Turmfalken nutzen im Stadtgebiet vor allem Mauernischen hoher Gebäude als Brutplatz. Altbauten bieten durch ihre reich strukturierte Fassade verschiedenste Nistgelegenheiten. An modernen, glatten Hochhäusern können zumeist nur Balkone oder Fenstersimse zur Brut genutzt werden. Hier bieten für den Falken die abgegrenzten Bereiche von Blumentrögen, Blumenkisten oder größeren Töpfen scheinbaren Schutz und Sicherheit für ihr Gelege. Um die heranwachsenden Falken vor Absturz zu bewahren und die Verschmutzung der unter dem Nest liegenden Balkone in Grenzen zu halten, ist es zielführend, Nistkästen anzubringen.

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