Krähe trinkt in Bach

„Völlig entkräftet und ausgetrocknet“: Viele Hitzeopfer in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

Extreme Temperaturen bringen Tiere und Pflegeteam an ihre Grenzen

Haringsee - In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee macht die extreme Hitze sowohl die Tiere als auch die Tierpfleger:innen zu schaffen.

„Derzeit kommen zu den täglichen Notfällen noch täglich 20 bis 30 Hitzeopfer in die Station, von denen viele stündlich gefüttert werden müssen. Darunter sind zahlreiche Jungvögel, die den ungewöhnlich hohen Temperaturen in ihren Nestern entfliehen wollen und dabei aus dem Nest fallen. Einige können noch nicht fliegen. Diese so genannten Nestlinge werden von ihren Vogeleltern am Boden dann nicht weitergefüttert. Dazu kommt die Dehydration: Zahlreiche Patienten kommen völlig entkräftet und ausgetrocknet bei uns an“, sagt EGS Tierpflegerin Verena Vogt.

Wie unsere Haustiere können auch Vögel nicht schwitzen, sie hecheln stattdessen. Eulen und Greifvögel öffnen ihren Schnabel und atmen schnell, um über die Verdunstung im Rachenraum etwas Abkühlung zu bekommen.

Wie auch wir Menschen brauchen die Vögel bei diesen Temperaturen vermehrt Zugang zu frischem Wasser. Vogt: „Wir stellen ständig flache Wasserschalen mit frischem Wasser bereit. Die meisten Vögel trinken übrigens nicht klassisch, sondern nehmen Wasser durch Kopfneigung nach hinten auf.“ Die Tierpflegerin appelliert an Finder:innen von gefiederten Hitzeopfern: „Bitte geben Sie diesen Vögeln aber trotzdem kein Wasser in den Schnabel, sondern bringen Sie ihn so schnell wie möglich in eine Wildtierstation.“

Die perfekte Wasserstelle: Soforthilfe für Vögel und Gartentiere

Für all jene, die Vögeln und kleinen Wildtieren wie Igel während der Hitzeperiode helfen wollen, hat die EGS Haringsee nützliche Tipps zusammengestellt:

  • Flache Schalen: Verwenden Sie Untersetzer oder flache Teller statt tiefer Gefäße als Tränken
  • Sicherer Halt: Legen Sie einen rauen Stein in die Mitte als Landehilfe oder Ausstiegsschutz – auch für Insekten.
  • Täglicher Wasserwechsel: Tauschen Sie das Wasser täglich aus, um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Am besten haben Sie zwei Schalen und lassen eine immer komplett trocknen bis zum nächsten Einsatz.
  • Schattenplatz: Stellen Sie Tränken niemals in die pralle Sonne, damit das Wasser kühl bleibt.
  • Freie Sicht: Platzieren Sie die Schalen gut einsehbar.
  • Erhabene Plätze: Hängen Sie Vogeltränken im Idealfall erhöht an einen Ast. Igeln helfen Sie am Abend und in der Nacht mit einer am Boden stehenden Wasserschale.

Erste Hilfe bei Hitzestress von Tieren

Was kann man tun, wenn man Tiere findet, die offensichtlich unter Hitzestress leiden? Die EGS hat auch hier gute Tipps:

  • Hitzeschock erkennen: Vögel mit weit geöffnetem Schnabel, schneller Atmung und abgespreizten Flügeln, die apathisch wirken, brauchen auf jeden Fall Hilfe.
  • Ruhe bewahren: Gefundene, entkräftete Vögel in einen Karton mit Luftlöchern setzen und schattig stellen.
  • Kein Zwang: Flößen Sie Vögeln niemals direkt Wasser in den Schnabel ein, sie können daran ersticken.
  • Experten kontaktieren: Rufen Sie bei einer Wildtierstation an und holen Sie sich Rat.
Vogel

EULEN- & GREIFVOGELSTATION Haringsee


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In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2025 2.026 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90%wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Otter, Igel, Eichhörnchen, Feldhasen und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

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Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf www.eulen-greifvogelstation.at oder jeweils aktuell auf Facebook.

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at

 

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