Vogel prallt gegen Glasscheiben

EGS Haringsee: Viele Vögel werden Opfer von Glasscheiben

Derzeit vermehrt Anrufe zu Aufprallunfällen in der VIER PFOTEN Station

Haringsee - Vögel haben zwar hervorragende Augen, können aber durchsichtiges Glas nicht als Hindernis erkennen. Deshalb sterben jährlich unzählige Tiere durch den Aufprall an Lärmschutzwänden, gläsernen Gebäudefronten und Wintergärten. Auch die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee erhält derzeit dazu vermehrt Anfragen von Personen, die sich um nach einem Aufprall benommene Vögel sorgen.

„Der häufigste Grund für den Zusammenstoß ist die Transparenz des Glases. Aber auch Spiegelungen täuschen den Vögeln attraktive Ziele wie z.B. Bäume vor und werden angeflogen. Oft sieht man den Vögeln so ein Anflugtrauma nicht an, wenn es keine offensichtlichen Verletzungen gibt, sondern merkt das nur am Verhalten, wenn sie desorientiert wirken und nicht wegfliegen“, sagt Dr. Hans Frey, der Leiter der EGS.

Leider bringt das Anbringen von Greifvogelaufklebern, wie man sie häufig sieht, gar nichts. „Die Durchsicht einer Glasscheibe muss auf ihrer gesamten Fläche reduziert werden. Wenn es aus Gründen der nötigen Transparenz nicht möglich, ist eine Milchglasscheibe einzubauen, kann die Glasfläche an der Außenseite mit flächigen Markierungen versehen werden. Das können Punkte, Streifen oder Gittermuster sein. Wichtig ist, dass die freien Stellen im Muster nicht größer als zehn bis 15 cm sein dürfen. Als Faustregel gilt die Größe einer Handfläche“, erklärt Dr. Frey

Was kann man nun tun, wenn man einen Vogel mit Anflugtrauma vorfindet? Wenn er offensichtlich orientierungslos ist, aufgeplustert dasitzt oder schnell atmet, sollte man ihn vorsichtig in eine kleine Schachtel mit Luftlöchern setzten, rät Dr. Frey. „Man sollte lieber kein Wasser geben, taumelige Vögel können leicht ertrinken. Am besten ist es, die Schachtel an einen ruhigen, dunklen Ort zu stellen und das Tier zu beobachten. Sobald der Vogel in der Box aktiv wird und heraus möchte, kann man ihn wieder freilassen“, so der EGS-Leiter.

Kann der Vogel nach mehreren Stunden noch immer nicht fliegen oder wirkt weiterhin stark benommen, braucht er professionelle Hilfe. Dann muss man ihn unbedingt in eine Wildtierstation wie die EGS bringen; die Expert:innen wissen, was zu tun ist.

Manchmal ist der Aufprall leider so heftig, dass der Vogel eine schwere Schädelverletzung erleidet. Dr. Frey: „In solchen Fällen kann leider auch ein:e Tierärzt:in nicht mehr helfen. Das Einzige, was man dann tun kann, ist, den Vogel in der Schachtel ruhig und geschützt einschlafen zu lassen, ohne zusätzlichen Stress durch einen Transport.“

Vogel

EULEN- & GREIFVOGELSTATION Haringsee


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In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2024 2.021 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90%wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Otter, Igel, Eichhörnchen, Feldhasen und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at

 

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