Spenden
Junge Fledermaus

Fledermäuse – gefährdete Flugkünstler 

Wissenswertes über die beinahe einzigen flugfähigen Säugetiere

17.8.2021

Die Familie der Fledermäuse umfasst weltweit über 1.000 Arten. Alle 28 in Österreich nachgewiesenen Fledermausarten sind Insektenfresser. Unter den tropischen Arten findet man auch Frucht-, Blüten-, Pollen- und Nektarfresser und Arten, die kleine Wirbeltiere wie Frösche, Fische oder Mäuse jagen. Nur einige wenige Arten ernähren sich von Blut. 

Einige Fledermausarten Österreichs

Die häufigste und neben dem Großen Mausohr auch größte heimische Fledermausart ist der Abendsegler. Seine Flügelspannweite erreicht bis zu 40 cm und er wird 50 g schwer. Im Gegensatz dazu ist die Zwergfledermaus mit nur 5 g Körpergewicht die kleinste. Die Hufeisennnase verdankt ihren Namen einem auffälligen hufeisenförmigen Hautlappen um ihre Nase. 

Das Mausohr, die Bechsteinfledermaus und die Langohrfledermaus wiederum sind an ihren großen Ohren zu erkennen. Am Wasser gehen die Teichfledermaus und die Wasserfledermaus auf Insektenjagd. Die Wasserfledermaus benutzt ihre Schwanzflughaut als Kescher. Wie der Name schon sagt, sind die Haare der Zweifarbfledermaus zweifärbig. Das verhilft ihr zu einer besonders schönen Fellfärbung. 

Bechsteinfledermaus

Bechsteinfledermaus

Wissenswertes

Flugfähige Säugetiere 

Fledermäuse sind, neben den Flughunden, die einzigen Säugetiere die aktiv fliegen können. Zwischen ihren Arm- und Beinknochen spannt sich zu diesem Zweck eine hauchdünne, elastische und dehnbare Flughaut. Diese können sie in Ruheposition über ihrem Körper zusammenfalten. 

Babys kommen in Wochenstuben zur Welt 

Männchen sind im Sommer meist als Einzelgänger unterwegs, während Weibchen sich in sogenannten Wochenstuben treffen. Dort gebären sie im Frühsommer ein, selten zwei, Jungtiere. Die Babys sind zu Beginn nackt und blind und völlig von der Wärme und der Milch ihrer Mutter abhängig. Sie werden während der nächtlichen Jagdflüge ihrer Mutter in der Höhle zurückgelassen und warten dort in ihrem Versteck hängend auf deren Rückkehr. Faszinierend dabei ist, mit welcher Zielsicherheit Fledermausmütter ihr Kind im Gewusel von oft vielen hunderten Jungtieren finden. 

Faszinierendes Echo-Ortungssystem 

In der Nacht gehört der Himmel, der tagsüber auch von insektenfressenden Vögeln bevölkert ist, den Fledermäusen. Um die dann nicht vorhandene Sichtbarkeit ihrer Beute auszugleichen, haben sie ein faszinierendes Echo-Ortungssystem entwickelt. Während ihres Fluges stoßen sie fortwährend Schreie im Ultraschallbereich aus. Durch das Echo können sie jedes noch so kleine Beutetier oder Hindernis in ihrer Flugbahn erkennen. So erbeutet z.B. ein Abendsegler bis zu ein Kilo Insekten während eines Sommers. 

Fledermäuse schlafen kopfüber 

Langohrfledermaus

Am Daumen und an den Zehen besitzen Fledermäuse Krallen, mit denen sie sich in ihren Verstecken gut kopfüber festhalten können. Solche Tageseinstände können hohle Bäume, Spalten und Nischen an Häusern, Dachböden oder Höhlen und Stollen sein. 

Überwinterung in Höhlen 

Im Herbst fressen sich Fledermäuse eine Speckschicht an und bereiten sich so auf den Winterschlaf vor. Manche Arten, wie zum Beispiel die Abendsegler, fliegen über 1.000 km um ihre Winterquartiere zu erreichen. Andere finden sich in näherer Umgebung ihrer Sommerreviere in Wintersammelschlafplätzen ein. Diese befinden sich in Höhlen, Erdkellern, Stollen oder Baumhöhlen und werden oft über viele Generation benutzt. Je nach Größe des Schlafplatzes treffen sich dort oft Hunderte bis Tausende Tiere. 

Fledermäuse sind gefährdet 

In den letzten Jahrzehnten gab es einen teils dramatischen Rückgang der Fledermauspopulationen Mitteleuropas. Vorrangig betroffen sind Fledermäuse vom großflächigen Einsatz von Insektiziden und vom Verlust ihres Lebensraumes. Baumaßnahmen und Renovierungen im Siedlungsbereich und fehlende alte Höhlenbäume in den Nutzwäldern machen den Fledertieren das Leben schwer. 

So können Sie helfen 

Wenn Sie Fledermäusen helfen wollen, verzichten Sie auf den Einsatz von Giften in Ihrem Haus und Garten und vertreiben oder beunruhigen Sie ruhende Fledermäuse keinesfalls. Um den Verlust an geeigneten Wochenstuben auszugleichen, empfiehlt es sich, Fledermausnistkästen aufzuhängen. 
Ganz wichtig ist es auch, Skeptiker auf die Harmlosigkeit und Nützlichkeit dieser faszinierenden Tiere aufmerksam zu machen. 

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Suche