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  • Brütende Enten auf Dachterrassen

    Stockente mit Jungen. © VIER PFOTEN
    Junge Stockenten. © VIER PFOTEN

    Stockenten haben ein großes Verbreitungsgebiet und kommen als Kulturfolger oft auch mitten in Großstädten vor. Dort finden sie an Teichen in Parkanlagen einen guten Lebensraum, in dem sie zumeist auch noch von tierlieben Menschen gefüttert werden.

    Zur Eiablage und Brut suchen sich Entenmütter allerdings gerne ein ruhigeres Plätzchen und sind deshalb immer häufiger auf Flachdächern und Dachterrassen zu finden. Dort hält sich zu Beginn der Brutzeit im März meist kaum ein Mensch auf, sodass die Entenmutter ungestört ein Nest errichten kann.

    Im Abstand von einem Tag legt sie 7-16 Eier, die sie erst ab dem letzten Ei bebrütet. Dann dauert die Brutzeit ca. 4 Wochen. Während dieser Zeit verlässt sie das Nest nur kurz, um zu fressen und deckt ihre Eier sorgfältig zu, damit sie warm bleiben.

    Die Jungen schlüpfen alle gleichzeitig und folgen normalerweise der Mutter kurz nach dem Schlupf zum Wasser. Dort finden sie Futter und sind vor Fressfeinden sicher.

    Nach dem Schlupf sind die Küken in Gefahr!

    Da die kleinen Küken noch nicht fliegen können, haben sie auf Dächern oder Terrassen natürlich keine Möglichkeit ihrer Mutter zu folgen. Oft stürzen sie sich in ihrer Verzweiflung aus großer Höhe in die Tiefe und finden sich dann, so sie den Sturz überhaupt unverletzt überstehen, zwischen Autos und Menschen wieder.

    Rundum geschlossene Terrasse führen unweigerlich zum Verhungern der kleinen Küken, die dort eingesperrt sind.

    Wie kann ich helfen?

    Wer eine brütende Ente auf seiner Terrasse bemerkt, sollte sie täglich beobachten. Die besten Chancen die Mutter gemeinsam mit ihren Kindern einzufangen, bestehen am Schlupftag der Kleinen. Den Schlupf der Jungen hört man deutlich am leisen Piepsen der Jungen. An diesem Tag ist die Bindung der gesamten Familie zum Nest noch sehr groß. Zu jedem späteren Zeitpunkt fliegt die Mutter bei einem Fangversuche ziemlich sicher davon und man kann dann nur die Küken alleine fangen.

    Falls es gelungen ist, die gesamte Familie einzufangen, sollte man Mutter und Jungtiere an einem ruhigen möglichst Enten-freien Gewässer freilassen. Die Mutter übernimmt die weitere Versorgung der Jungen.

    Jungtiere ohne Mutter müssen einer Wildtierstation zur Aufzucht übergeben werden. Sie würden alleine nicht überleben.

    Ein Gelege kann nicht übersiedelt werden!

    Es ist nicht möglich die Enteneier samt Ente an einen anderen Platz zu verbringen. Die Ente stoppt dann sofort die Bebrütung und die Eier sterben ab.

    Falls das Gelege aber gerade im Entstehen ist, ist es durchaus vertretbar, die Eier zu entfernen und ein weiteres Brüten der Ente an dieser Stelle durch regelmäßiges Zerstören ihres Nestes zu verhindern. Sie wird dadurch gezwungen sich einen besser geeigneten Platz für die Aufzucht ihrer Jungen zu suchen.