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  • Problematik Hochzeitstauben

    Überzüchtete Tiere finden sich in Natur nicht mehr zurecht

    Gerettete Hochzeitstaube. © VIER PFOTEN

    In den letzten Jahren ist ein neuer Trend zu beobachten: Immer mehr Brautpaare lassen weiße Tauben bei ihrer Hochzeit frei. Was wunderschön anzusehen, ein Symbol für Liebe und Frieden ist und auch Glück bringen soll, ist leider aus mehreren Gründen sehr problematisch.

    Was die meisten Menschen nicht wissen: Dahinter steckt auch Tierqual.

    Immer wieder übernehmen Tierheime geschwächte weiße Tauben, die offensichtlich bei Hochzeiten frei gelassen worden und danach völlig orientierungslos sind; sie finden ihren Taubenschlag nicht mehr.

    Wer im Internet nach Anbietern für Hochzeitstauben sucht, wird schnell fündig. Kein Wunder, ist auch die Nachfrage groß. Teilweise liefern Taubenzüchter direkt, teilweise sind Firmen, die Hochzeitsplanungen übernehmen, die Vermittler. Der Transport in kleinen Boxen, die Trennung vom Partner, der Lärm bei einer Hochzeit, das plötzliche Aufmachen der Käfige und das damit einhergehende Blenden durch plötzliches helles Licht, das Angreifen durch fremde Menschen: All das ist für die Tauben ein totaler Stress.

    Das Problem liegt aber bereits in der Zucht: Hochzeitstauben werden hauptsächlich auf hübsches Aussehen und spezielles Gefieder gezüchtet, dabei geht oft die gute Orientierungsfähigkeit, die Tauben normalerweise haben, verloren. Wenn sie dann freigelassen werden und die Gegend nicht kennen, kann es sein, dass sie sich nicht zurechtfinden.

    Das heißt, die Tauben finden oftmals nicht zu ihrem Taubenschlag zurück und haben große Probleme, in der Natur zu überleben. So kann es durchaus passieren, dass sie noch bei der Hochzeit gegen eine Fensterscheibe fliegen und verenden. Oder sie kommen in ihrer Panik einer Oberleitung oder einem anderen Hindernis zu nahe. Durch ihre auffällige Färbung leuchten sie aus einem Taubenschwarm regelrecht heraus und sind deshalb bevorzugte Beute von Beutegreifern. Kein schöner Anblick, wenn das vielleicht noch bei der Hochzeit selbst passiert.

    Jeder Tierfreund sollte sich deshalb überlegen, ob es sinnvoll ist, das Leid von Tieren als Attraktion für seine Hochzeitsfeier in Kauf zu nehmen.