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    Verletzter Uhu aus Zaunschnüren befreit

    11.11.2020
    Ein Uhu hatte sich in Zaunschnüren einer Pferdekoppel verfangen. Bei uns wir er nun behandelt und für seine Auswilderung vorbereitet, denn der Partner wartet schon.

    © VIER PFOTEN

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    Eine Familie aus Trattenbach/NÖ fand vor wenigen Tagen im schadhaften Zaun ihrer Pferdekoppel einen Uhu; das Tier hatte sich in den Zaunschnüren sehr schlimm verfangen. Es gelang schließlich, den Uhu zu befreien und über Umwege kam er in die EUELEN- UND GREIFVOGELSTATION Haringsee. Bei uns wird das majestätische Tier nun gepflegt, um an seinem Fundort wieder freigelassen zu werden. Denn offensichtlich wird es von einem zweiten Uhu, der in den letzten Tagen mehrmals dort aufgetaucht ist, schon vermisst. 

    Der Uhu konnte zu Beginn kaum stehen. Eine Röntgenuntersuchung ergab glücklicherweise keinen Bruch oder Verrenkung im Bereich seiner Beine, sondern nur Zerrungen – auch wenn sie für das arme Tier schmerzhaft sind. Es hat an einem Flügelknochen außerdem eine kleine Absplitterung, die aber mit unserem Verband hoffentlich ohne Probleme verheilen wird. 

    Mittlerweile ist das Stehvermögen des Uhus schon wieder viel besser, auch sein anfangs schwacher Appetit ist wieder zurückgekehrt. Jetzt ist es wichtig, ihn bald wieder fit zu bekommen. Wir schätzen, dass er mindestens zwei bis drei Wochen bei uns bleiben muss. Am 20. November wird der Verband abgenommen. Dann können wir in der Voliere seine Flugfähigkeit beurteilen, und er kann beginnen, seine Muskeln zu trainieren. 

    Unser Team um den wissenschaftlichen Leiter Dr. Hans Frey glaubt aufgrund der Größe des Uhus, dass es sich um ein Weibchen handelt. Und der zugehörige Partner scheint ja auch bereits zu warten: Daher ist es umso wichtiger, den Uhu wieder an der Fundstelle frei zu lassen, sobald die Verletzungen verheilt sind. 

    Uhus sind die größten Eulen Europas. Trotz ihrer beeindruckenden Größe leben sie aufgrund ihrer Nachtaktivität ein recht verborgenes Leben. Bei ihren nächtlichen Jagdflügen sind sie durch ihre besonders weichen Federn völlig lautlos unterwegs. Wie alle Beutegreifer haben auch sie eine wichtig Funktion als „Gesundheitspolizei“ des Waldes.  

    Portrait Uhu