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    Streng geschützter Kaiseradler angeschossen

    23.11.2020
    Der in Österreich sehr seltene Brutvogel wurde nahe der Nationalparkgrenze aus nächster Nähe angeschossen und schwer verletzt liegen gelassen.

    © VIER PFOTEN

    © VIER PFOTEN

    Am Samstag Abend wurde in Wallern im Burgenland, nur einen Kilometer von der Nationalparkgrenze entfernt, ein schwer verletzter Kaiseradler gefunden. Unser wissenschaftlicher Leiter, Dr. Hans Frey, übernahm den Vogel persönlich. Bei uns wurde der Adler sofort mit Verband und Medikamenten erstversorgt. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass sein Körper völlig mit Schrot durchlöchert ist. Am linken Flügel hat er eine offene Fraktur. Ob er überleben wird, ist fraglich. 

    Es handelt sich noch dazu um einen ganz speziellen Kaiseradler: Der 11 Jahre alte Vogel war im Jahr 2009 der erste jemals von Wissenschaftern im Freiland, also im Nest, beringte Jungvogel Österreichs.  

    Er war somit ein wichtiger Botschafter seiner Art, der die Rückkehr des Kaiseradlers in seinen ursprünglichen Lebensraum in Österreich markierte.

    Das Ganze ist nicht nur aus Tier- und Artenschutzsicht furchtbar, sondern schlicht ein Verbrechen. Der Vogel wurde aus nächster Nähe beschossen und danach hilflos und schwer verletzt einfach liegen gelassen. Wir hoffen wirklich, dass der oder die Verantwortliche gestellt wird. Die Vogel- und Naturschutzorganisation Birdlife hat Anzeige erstattet. Sie übernimmt auch die Kosten für die tierärztliche Versorgung des Kaiseradlers im Rahmen des „PannonEagle LIFE Projekts“. 

    Der Kaiseradler gilt weltweit als gefährdete Art. In Österreich galt er seit 1811 als ausgestorben, bis 1999 wieder eine Brut stattfand. Dank verschiedenster Schutzmaßnahmen nimmt die Zahl langsam zu, aber er ist einer der seltensten Brutvögel Österreichs. 2020 wurden 25 Brutpaare gezählt, 35 Jungvögel sind ausgeflogen. Sein Vorkommen beschränkt sich auf offene Landschaften Ostösterreichs.  

    Portrait Kaiseradler