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    Rohrweihe durch illegale Schüsse verletzt

    14.05.2019

    Der Vogel hat drei Schrotkugeln im Körper. © VIER PFOTEN

    Vergangenen Donnerstag kam eine illegal angeschossene Rohrweihe zu uns in die Station. Sie hat drei Schrotkugeln im Körper, zwei im Flügel und eine im Rumpf. Autofahrer hatten sie an der A4 im Bereich Nickelsdorf/Burgenland neben der Fahrbahn gesichtet. Sie kehrten extra um, um den Vogel zu bergen und brachten ihn zur Polizeistation Nickelsdorf. Von dort haben wir ihn abgeholt.

    Da der Vogel neben der Straße gefunden wurde, sind wir zuerst von einer Verletzung durch einen Zusammenstoß mit einem Auto ausgegangen. Die Rohrweihe hatte eine dicke Schwellung und einen Bluterguss am rechten Flügel. Erst nach Rückgang der Schwellung war ein deutliches Einschussloch zu sehen. Ob es überhaupt möglich sein wird, die Kugeln operativ zu entfernen, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

    Dieser Fall ist leider ein neuerlicher Hinweis, der vermuten lässt, dass der Artenschutz in gewissen Kreisen der Jägerschaft keinen hohen Stellenwert hat. Rohrweihen sind nämlich seltene Brutvögel in Österreich. Durch ihren bodennahen Flug sind sie bedauerlicherweise besonders häufig Opfer von illegalen Schussattacken. Der Einfluss von Rohrweihen auf das Niederwild, z.B. Hasen und Fasane wird aber von Jägern bei weitem überschätzt: Die Hauptnahrung dieser Greifvögel sind Mäuse und Kleinvögel. Als Bodenbrüter haben es Rohrweihen besonders schwer, in unserer heutigen Agrarlandschaft zu überleben. Deshalb ist der Verlust von jedem einzelnen Vogel sehr bedauerlich.

    Der Vorfall wurde der Meldestelle gegen illegale Greifvogelverfolgung von Birdlife gemeldet, die dann Anzeige bei der Polizei erstattete.

    Portrait Rohrweihe