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    Geschützter Mäusebussard angeschossen

    11.12.2018
    Illegal angeschossen und einfach verletzt auf einem Feld zwischen Bruck und Enzersdorf an der Fischa (NÖ) zurückgelassen: Das ist das Schicksal eines Mäusebussards, der vor einigen Tagen in unsere Station gebracht wurde.

    Der illegal angeschossene Vogel. © VIER PFOTEN

    Wir stellten sehr schnell eine Unterarmfraktur fest. Bei einer Röntgenuntersuchung an der Veterinärmedizinischen Universität am nächsten Tag stellten die Tierärzte einen komplizierten Trümmerbruch von Elle und Speiche fest, ausgelöst durch ein bleihaltiges Geschoß. Ob der Vogel, der nun von uns gepflegt wird, wieder voll flugfähig wird, kann man im Moment noch nicht abschätzen. Wir haben Anzeige beim Bundeskriminalamt erstattet.

    Es handelt sich nicht nur um einen Verstoß gegen das gültige Jagdrecht, sondern auch um eine schwere Tierquälerei! 
    Eine Untersuchung der Blutwerte ergab einen erhöhten Bleiwert im Blut, der ohne Behandlung zu einer Bleivergiftung führt. Wir behandeln diese Vergiftung nun mit Medikamenten.

    Der Flügel des Vogels konnte mit zwei Knochenpins stabilisiert werden. Die Pins und der angelegte Verband werden, wenn der Bruch gut heilt, in ca. zwei Wochen entfernt. Dann muss der Bussard erst wieder Flugmuskulatur aufbauen, bevor sein Flugvermögen beurteilt werden kann.

    Alle Greifvögel sind ganzjährig geschont und dürfen nicht bejagt werden. Eine schwere Tierquälerei ist es deshalb, da der verletzte Vogel seinem Schicksal überlassen wurde und ohne die Hilfe der Finderin qualvoll verstorben wäre.

    Greifvögel erleiden ohnehin durch Leitungsanflüge, Straßenverkehr, Bahnlinien und Windräder erhebliche ungewollte Bestandsverluste. Umso trauriger und grausamer ist es, wenn bewusst und widerrechtlich auf sie geschossen wird.