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    Eichelhäher aus Kamin befreit

    08.10.2020
    Ein Eichelhäher konnte aus einem neu aufgestellten Kamin in Wien geborgen werden. Zuvor hörte der Hausbesitzer ein Scharren und fand den Vogel, dessen Beinchen mit Fäden umwickelt waren.

    Der Eichelhäher nach seiner Rettung. © VIER PFOTEN

    Er hat keine Verletzungen, ist aber sehr geschwächt. © VIER PFOTEN

    Tierpflegerin Kathy kümmert sich um den gefiederten Patienten. © VIER PFOTEN

    Nach der Bergung konnte der Eichelhäher nicht fliegen und war so schwach, dass er nach einigen Hüpfern zur Seite umfiel. Er wurde vom Finder zu uns nach Haringsee gebracht.

    Glücklicherweise konnten wir außer einer starken Abmagerung keine weiteren Verletzungen feststellen. Jetzt wird der hübsche Eichelhäher aufgepäppelt und anschließend – wenn er kräftig genug ist – wieder in die Freiheit entlassen. Der Vogel hatte noch Glück im Unglück. Hätte der Hausbesitzer das leise Scharren ignoriert, wäre die Situation für ihn nicht so glimpflich ausgegangen. Besonders vor dem ersten Einheizen im Herbst sollte man hellhörig auf Geräusche im Kamin achten und auf keinen Fall einheizen, bevor man den Kamin kontrolliert hat. Oft können Vögel durch den engen Kaminquerschnitt nicht mehr hochfliegen und würden bei Befeuerung des Kamins unweigerlich verbrennen oder ersticken. Aber auch ohne Feuer sind Vögel am Kaminboden der Gefahr des Verhungerns oder Verdurstens ausgesetzt. Um solche Unfälle zu verhindern, können, in Absprache mit dem Rauchfangkehrer oder mit der Feuerwehr, Schutzgitter, Kaminhüte oder andere vogelsichere Aufsätze angebracht werden. 

    Eichelhäher sind sehr intelligente Vögel. Sie sitzen gerne auf Schornsteinen und Kaminen, um aus der erhöhten Position die umliegende Landschaft zu betrachten. Unser neuer Patient hat sich zudem gerne in der Spiegelung der Blechumrandung des Schornsteins betrachtet. Durch die Kunststoffschnüre, die sich um seine Beinchen gewickelt hatten, dürfte er in den Kamin gestürzt sein. Gummibänder, Fäden und Schnüre aus nicht verrottendem Material gelangen oft durch Unachtsamkeit in die Umwelt und stellen leider eine große Gefahr für heimische Wildtiere dar. Vögel sind häufig Opfer von Fäden, die sich um ihre Beinchen wickeln. Bei ihren Befreiungsversuchen ziehen sich die Fäden immer enger zusammen und schneiden tief in das Gewebe ein. Durch Entzündungen schwillt der Fuß an und die Zehen der Tiere werden in einer unangenehmen Position eingeklemmt. Jeder Schritt ist für die Vögel äußerst schmerzhaft und häufig verlieren sie sogar ein Bein. VIER PFOTEN ruft dazu auf achtsam mit der heimischen Tierwelt umzugehen und nicht verrottendes Material entsprechend zu entsorgen. 

    Weiterführende Links:

    Müll gefährdet Wildtiere

    Gefahr Schornstein und Kamine