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Taubenschlag in Haringsee

Vergrämung Stadttauben

Große Taubenpopulationen sind in Städten häufig nicht gerne gesehen. Hier erfahren Sie, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche nicht 

17.9.2021

Sehr hohe Konzentrationen von Stadttauben führen teilweise zu Problemen durch Verschmutzungen mit den Ausscheidungen der Tiere. Viele Maßnahmen zur Taubenabwehr sind jedoch entweder unwirksam oder gefährlich.

Übersicht

Taubenvertreibung ist wirkungslos

Neben Tauben bleiben auch etliche andere stadtbewohnende Arten wie Singvögel, Turmfalken, Eulen, Sperber und auch Fledermäuse in Taubenabwehrnetzen hängen, erreichen durch diese ihre Brutplätze nicht mehr oder verhungern jämmerlich, weil sie aus einem überspannten Innenhof nicht mehr entkommen können. 

Tierfreundliche Möglichkeiten die Anzahl der Tauben zu begrenzen wurden schon in verschiedenen Städten ausprobiert. Vielerorts haben sich kontrollierte Taubenschläge bewährt. Dort kann die Fortpflanzung der Tiere beschränkt werden, und sie erhalten außerdem artgerechtes Futter. Eine dauerhafte Senkung der Taubenpopulation kann man sich mit dieser Methode allerdings nur in kleineren Städten mit überschaubarer Taubenpopulation erwarten. 

Taube

Brutplätze beeinflussen die Gesamtzahl an Tauben

Eine wichtige Möglichkeit, die Vermehrung von Tauben in Großstädten unter Kontrolle zu halten, ist vor allem bei Neubauten drauf zu achten, keine Strukturen einzubauen, die von Tauben als Nistplätze genützt werden können. 

Ein späteres Nachrüsten solcher Nischen und Gesimse mit Taubenabwehrmaßnahmen ist aufwendig, kostspielig und oft auch tierschutzrechtlich bedenklich. Deshalb sollte schon in der Planungsphase auf "taubensicheres" Bauen geachtet werden. 

Aufgrund der Abnahme von Brutmöglichkeiten hat sich im Übrigen die Zahl der Tauben z.B. in Wien in den letzten Jahrzehnten bereits erheblich reduziert. Vor allem in der Nachkriegszeit fanden Taube in Häuserruinen unendlich viele Brutmöglichkeiten, weshalb damals laut Schätzungen ca. 300.000 Tauben Wien bevölkerten.  

Laut Brutvogelatlas von Birdlife wurden 2019 nur mehr 23.000 Brutpaare in der Stadt gezählt.  

Fütterung von Tauben

Tauben sind eigentlich Körnerfresser, ernähren sich aber in Städten, mangels natürlich vorhandenen artgerechten Futters, meist von Resten menschlicher Nahrung. Dies führt zu Mangelerscheinungen und häufigen Durchfällen bei den Tieren, was in Bezug auf die Verschmutzung von Gebäuden besonders störend ist. 

Eine mit Augenmaß durchgeführte Fütterung mit artgerechtem Körnerfutter ist deshalb begrüßenswert und hat eine große Auswirkung auf die Gesundheit der einzelnen Individuen.  

In Anbetracht der Tatsache, dass Tauben in der Stadt auch von für sie nicht geeigneten Futterquellen nicht abzuhalten sind, halten wir ein Fütterungsverbot für kontraproduktiv und sicher nicht geeignet, um die Anzahl an Tauben zu reduzieren. 

Tauben auf Dachsims

Tauben übertragen keine gefährlichen Krankheiten

Auch wenn Tauben im Stadtbereich oft krank aussehen, übertragen sie nicht mehr Krankheiten als andere Wildtiere. Die meisten Krankheitserreger, die Tauben befallen, sind nur für diese krankmachend und nicht auf Menschen - oft nicht einmal auf andere Vögel – übertragbar. 
Grundlegende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen sind aber prinzipiell nach jedem Kontakt mit einem kranken Tier anzuraten. 

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