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  • 9.7.2019 Turmfalkenbaby Theo fiel aus Nest und wurde gerettet

    Jungtier wird in EGS von Ammeneltern großgezogen und später ausgewildert

    Turmfalken Nestling Theo in der EGS Haringsee. © VIER PFOTEN
    So kleine Turmfalken brauchen Hilfe, wenn man sie nicht ins Nest setzen kann. © VIER PFOTEN
    Turmfalke Theo wird nun von Ammeneltern groß gezogen. © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 9. Juli 2019   Die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) übernimmt derzeit viele kleine gerettete Turmfalken. Glück im Unglück hatte auch das Turmfalkenbaby Theo. Es ist im niederösterreichischen Breitstetten aus seinem Nest in einen Garten gefallen und konnte glücklicherweise unverletzt von den Hauseigentümern geborgen werden.

    „Der Kleine ist noch ein so genannter Nestling, der außerhalb des Nestes nicht überleben könnte“, erklärt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Leider war es nicht möglich, ihn wieder zurück ins Nest zu setzten, da es unerreichbar hoch auf einem Baum war. Die Hausbesitzer haben ihn daher in die EGS gebracht.“

    Der kleine Theo, wie er vom EGS-Team genannt wurde, wird nun von einem Turmfalken-Ammenpaar großgezogen. „Das ist gängige Praxis in der EGS und auch einzigartig“, so Kopetzky. „Es ist notwendig, damit die Tiere nicht auf den Menschen fehlgeprägt werden. Nur so können sie später wieder ausgewildert werden.“

    In der EGS werden jährlich etwa 100 junge Turmfalkenfindlinge aufgezogen. Auch heuer hat das Team unter dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Hans Frey schon rund 60 kleine Turmfalken übernommen.

    Da Turmfalken keine eigenen Nester bauen können, verwenden sie oft verlassene Nester anderer Vögel, um ihre Jungen aufzuziehen. Diese Nester sind oft nicht mehr so stabil und zerbröseln bei starkem Wind oder wenn die Jungen im Nest zu klettern beginnen.

    Auch im städtischen Bereich, wo Turmfalken gerne in Hausnischen brüten, fallen Jungvögel sehr häufig zu Boden. VIER PFOTEN Expertin Kopetzky: „Wenn sie schon vollständig befiedert sind und an Orten sitzen, wo sie von ihren Eltern weiter betreut werden können, kann man die Kleinen dort lassen. Auf Straßen, Gehwegen oder anderen stark von Menschen frequentierten Orten müssen sie jedoch geborgen werden. Die Turmfalkeneltern würden sich nicht zu ihrem Jungtier trauen, um ihm Futter zu bringen; die Kleinen müssten unweigerlich verhungern.“

    Um Turmfalken bei der Aufzucht ihrer Jungen zu unterstützen, ist es sinnvoll, Nistkästen anzubringen. Auf der Website der EGS gibt es dazu auch eine Anleitung:  https://www.eulen-greifvogelstation.at/wissen/hilfe-und-unterstuetzung-fuer-wildtiere/nistkaesten-bauen/nistkaesten-fuer-eulen-und-greifvoegel/

     

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2.098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/