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  • 8.5.2018 Barbara Stöckl ist Patin von Bartgeier „Kasimir“

    VIER PFOTEN und EGS werden „Kasimir“ bald in den Nationalpark Hohe Tauern entlassen

    Die Gäste beim Patenschaft-Event in Haringsee. © VIER PFOTEN/Clemens Schneider
    Bartgeier Kasimir mit Barbara Stöckl und Heli Dungler. © VIER PFOTEN/Clemens Schneider

    Haringsee, 8. Mai 2018  Die Journalistin und Buchautorin Barbara Stöckl hat heute in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) die Patenschaft für ein junges Bartgeier-Männchen übernommen. Das Tier wird fortan den Namen „Kasimir“ tragen. Bei der Veranstaltung waren auch VIER PFOTEN Gründer und Präsident Heli Dungler, Dr. Hans Frey, wissenschaftlicher Leiter der EGS, der Bürgermeister von Haringsee, Roman Sigmund, als Überraschungsgast Dr. Helmut Pechlaner, ehemaliger Direktor des Zoos Schönbrunn und Mitinitiator des Bartgeierprojektes sowie Dr. Knut Niehbur, Vogelexperte der Veterinärmedizinischen Universität Wien anwesend.

    Die Wiederansiedelung des Bartgeiers in den Alpen ist ein internationales Projekt der Vulture Conservation Foundation und von europäischen Zoos. In Österreich sind die EGS Haringsee, der Tiergarten Schönbrunn und der Alpenzoo Innsbruck sowie die Nationalparks der Alpen beteiligt.

    „Dass wir von Wiederaufzucht sprechen, ist eigentlich traurig. Es heißt, dass wir Menschen etwas zerstört haben und es wiedergutmachen müssen“, sagt die frischgebackene Bartgeier-Patin Barbara Stöckl. „Für mich ist es eine große Ehre hier zu stehen und die Patenschaft für Kasimir zu übernehmen. Er ist ein prächtiger Vogel mit einem würdigen Namen. Kasimir bedeutet ‚der den Frieden‘ bringt – absolut passend zur heutigen Zeit.“

    VIER PFOTEN Gründer Heli Dungler bedankte sich bei Barbara Stöckl: „VIER PFOTEN und die EGS wissen den Einsatz von Frau Stöckl wirklich zu schätzen. Neben finanzieller Hilfe braucht es vor allem die Unterstützung bekannter Persönlichkeiten, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für so wichtige Projekte wie die Wiederansiedelung der Bartgeier in den Alpen zu erhöhen. Wir dürfen nicht vergessen: Wildtiere gehören nicht uns Menschen, sie gehören in die Freiheit. Menschen müssen aufhören, Tiere besitzen zu wollen“, so Dungler.

    Dr. Hans Frey hob in seiner Rede die wichtige Rolle des Alpenzoos Innsbruck beim Start des Bartgeierprojektes hervor: „Im Alpenzoo hat es ja die ersten regelmäßigen Zuchterfolge mit Bartgeiern gegeben, und daraus ist erst die Idee zum Wiederansiedelungsprojekt gewachsen.“ Zu Bartgeier Kasimir gab Dr. Frey Details bekannt: Geboren wurde er am 23. Februar 2018 in der EGS Haringsee. Ausgewildert wird er am 8. Juni im Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern, im Seebachtal, zusammen mit einem weiteren Junggeier, der in Andalusien geboren wurde. Beide Tiere haben für den Alpenbogen wichtige Blutlinien, um die freilebende Population der Bartgeier genetisch gesund und stark zu halten.

    „Tierquälerei beginnt dort, wo man nicht bereit ist, auf die Bedürfnisse von Tieren einzugehen. Und Bartgeier haben ganz besondere Bedürfnisse. Durch das Erkennen eben dieser ist es Dr. Hans Frey gelungen, Bartgeier erfolgreich zu züchten und in den Alpen anzusiedeln“, so Überraschungsgast Dr. Pechlaner.

    Der Bartgeier ist mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern der größte Vogel Europas. Er war einst in fast allen Gebirgen Südeuropas und in den Alpen beheimatet. Obwohl er ein harmloser Aas- und Knochenfresser ist, wurde ihm nachgesagt, er würde Gämsen und Lämmer reißen und selbst vor Kindesraub nicht zurückschrecken. So wurde aus dem Bartgeier ein „Lämmergeier“, der gnadenlos verfolgt wurde und Ende des 19. Jahrhunderts im Freiland ausgerottet war.