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  • 4.4.2018 Verwaistes Eichhörnchenbaby gerettet

    Kleine „Cindy“ bleibt bis zur Auswilderung in EGS Haringsee

    Das Hörnchen frisst brav und bekommt gerade Zähne. © VIER PFOTEN
    Cindy soll bald wieder zurück in die Natur.© VIER PFOTEN
    Cindy, das süsse junge Eichhörnchen. © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 4. April 2018  Der neueste Gast in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation (EGS) Haringsee ist ein weibliches Eichhörnchenbaby. Es war vor wenigen Tagen in der Nähe von Brunn an der Wild im Waldviertel von einer Spaziergängerin verwaist aufgefunden worden. Sie brachte das Kleine in die EGS, wo es von den Tierpflegern „Cindy“ getauft wurde.

    Wahrscheinlich hat die Eichhörnchenmutter Cindy verloren, meint VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky: „Eichhörnchenmütter bauen mehrere Nester für ihre Jungen, sogenannte Kobel. Während der Aufzuchtsphase übersiedeln sie manchmal in einen anderen Kobel. Dabei kann es passieren, dass die Mutter, wenn sie die Kleinen im Maul transportiert, eines davon verliert.“

    Meist findet sie es zwar wieder, aber durch eine Ablenkung, wie z.B. durch Spaziergänger oder einen Beutegreifer, kann es sein, dass ein Junges von der Mutter nicht wieder geborgen werden kann.

    „Dieses Schicksal dürfte unserem kleinen Findling zugestoßen sein“, mutmaßt Kopetzky. „Das kleine Mädchen ist ca. sechs Wochen alt und bekommt gerade seine ersten Zähnchen. Neben Aufzuchtmilch beginnt Cindy auch schon Körnerbrei zu fressen und knabbert vorsichtig an Nüssen.“

    Das europäische Eichhörnchen kommt übrigens in verschiedenen Farbvarianten vor. Am häufigsten sieht man rotbraune Tiere, aber auch dunkelbraune, graue und fast schwarze Eichhörnchen sind nicht selten. Nur an der Farbe kann man also unser heimisches Eichhörnchen nicht vom amerikanischen Grauhörnchen unterscheiden, das in England eingebürgert wurde und sich jetzt über weite Teile Europas ausbreitet. „In Österreich wurde unseres Wissens nach allerdings noch kein Grauhörnchen gesichtet“, sagt Kopetzky.

    Die VIER PFOTEN Expertin warnt auch davor, jedes vermeintlich verlassenes Jungtier mitzunehmen: „Man sollte sich immer vergewissern, ob das Kleine wirklich Hilfe benötigt. Auch die liebevollste Aufzucht durch einen Menschen kann die Mutter nicht ersetzen.“ Daher dürfen junge Wildtiere nur in Notsituationen aufgenommen und in eine Wildtierstation gebracht werden.

    Cindy, das Eichhörnchenbaby, soll übrigens nach ihrer Versorgung in der EGS wieder in die Natur entlassen werden.

    Weitere Infos zu Eichhörnchen Findlingen: http://www.eulen-greifvogelstation.at/erste-hilfe-fuer-wildtiere/erstversorgung-eichhoernchen/

     

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2017 1.794 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

     

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/