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  • 28.01.2021 Nach Autounfall: Waldohreule mit Oberarmbruch von EGS Haringsee gepflegt

    Nach Autounfall: Waldohreule mit Oberarmbruch von EGS Haringsee gepflegt

    Fahrer verschwand, Tier von zwei Frauen auf Landstraße geborgen

    Verletzte Waldeule
    Auch mit Verband ein wunderhübsches Tier. © VIER PFOTEN
    Pflegerin mit Waldeule
    Pflegerin der EGS Haringsee mit der verletzten Waldeule. © VIER PFOTEN

    Haringsee, 28. Jänner 2021  Eine bezaubernde Waldeule ist derzeit Patientin in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). Das Tier hatte offensichtlich einen Autounfall. Es wurde von zwei Frauen mitten in der Nacht auf der Landstraße zwischen Deutsch-Wagram und Markgrafneusiedl verletzt geborgen und in die EGS gebracht. Vom Lenker des Autos fehlt jede Spur. Die Eule musste zunächst an einer Spezialklinik versorgt werden, wo ein Bruch am Oberarm festgestellt wurde. Nun erholt sie sich in der EGS.

    „Wir sind froh, dass es der Eule wieder gut geht. Das ist dem Engagement der beiden Damen zu verdanken, die wirklich vorbildlich gehandelt und somit größere  Schäden verhindert haben“, sagt Dr. Hans Frey, der Leiter der EGS. „Jetzt muss sie mal einen Verband tragen, bis ihr der so genannte Pin zur Fixierung des Arms entfernt wird. Also wird sie auf jeden Fall noch einige Wochen bei uns bleiben.“

    Ob das Tier wieder voll flugfähig wird, kann man erst nach der Entfernung des Pins und des Verbandes sagen. Ungeduldig ist die kleine Eule auf jeden Fall: „Nach der Operation an der Klinik hat sie sich zunächst selbst den Pin wieder rausgerissen. Sie musste daraufhin noch einmal operiert werden, was natürlich unangenehm sowohl für die Tierärzte als auch für das arme Tier ist“, erzählt Hans Frey. Mit dem Verband kann das nun nicht passieren, der Heilung steht somit nichts im Wege.

    EGS Leiter Frey appelliert an alle Autolenker: „Bitte versuchen Sie im Fall eines Unfalls mit einem Greifvogel oder einer Eule immer, den Vogel von der Straße zu bergen, um weiteren Schaden zu verhindern. Da die Tiere nach dem Zusammenstoß in einem Schockzustand sind, lassen sie sich mit Hilfe eines Tuches oder einer Jacke meist sehr leicht einfangen.“

    Eulen und Greifvögel jagen gerne entlang von Straßen, weil sich an den ‚wilden‘, nicht umgeackerten Straßenböschungen besonders viele Mäuse aufhalten. Vor allem Alleebäume bieten den Tieren außerdem eine gute Sitzwarte zum Beobachten. Autofahrer sollten also beim Fahren auch auf Hindernisse von oben achten und besonders vorsichtig fahren, wenn sie einen Vogel auf einem Alleebaum sitzen sehen.

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2020 2.196 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    www.facebook.com/eulengreifvogelstation