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  • 26.9.2019 Igel gefunden – Was kann man tun?

    EGS Haringsee hat derzeit 38 Igel in Pflege

    Einer unserer herzigen Igel-Patienten. © VIER PFOTEN
    Igel in der EGS Haringsee. © VIER PFOTEN
    Eingerollter junger Igel-Patient. © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 26. September 2019  Im Herbst machen sich Igel auf die Suche nach einem Winterquartier für sich und ihre Jungtiere. Es kommt daher immer wieder vor, dass Spaziergänger vermeintlich verwaiste Igel am Wegrand oder auf der Straße auffinden. In der von VIER PFOTEN geführten EGS Haringsee werden derzeit 38 Igel gepflegt. Insgesamt wurden heuer schon mehr als 220 Igel von der EGS übernommen, davon ca. 100 Babyigel.

    Was ist zu tun, wenn man einen Igel findet? VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky erklärt: „Man muss auf jeden Fall wissen, dass Igel Wildtiere sind, die unter Naturschutz stehen. Sie brauchen wirklich nur in Ausnahmefällen Hilfe.“

    Ein Igel braucht in folgenden Fällen auf jeden Fall Hilfe:

    • Bei Verletzung oder Krankheit: „Wenn die Igel apathisch sind, sich torkelnd und unsicher bewegen, bei Annäherung nicht flüchten, sich nicht einrollen oder eine sichtbare Wunde, Verbrennung oder sonstige Verletzung haben, dann sollte man auf jeden Fall einschreiten“, sagt Kopetzky.
    • Wenn sie im kalten Winter draußen unterwegs sind: „Dann haben sie nicht genügend Fettreserven und sind auf Futtersuche oder einfach krank. Da Igel im Winter kein Futter finden können, benötigen sie Hilfe“, so Kopetzky.
    • Wenn Igelbabys verwaist sind: „Ohne ihre Mutter können sie nicht überleben“, erklärt Kopetzky. „Allerdings: Bevor man sicher sein kann, dass die Igelmutter nicht mehr zu ihren Jungen zurückkommt, sollte man die Igelbabys aus sicherer Entfernung über einen längeren Zeitraum beobachten.“ Ab einem Alter von ca. drei bis vier Wochen und einem Gewicht von ca. 200 Gramm verlassen Jungigel zeitweise alleine ihr Nest. Sie finden ohne Probleme wieder zurück und müssen unbedingt in Ruhe gelassen werden.

    Nachhaltiger Igelschutz beginnt im eigenen Garten

    Nicht nur Igel, sondern auch andere Wildtiere freuen sich, wenn ein Teil des Gartens nicht aufgeräumt und der Kompost von Oktober bis März nicht umgeschichtet wird. Auch Reisig- und Laubhaufen sowie Hecken und Gehölze bieten den Tieren Unterschlupf und Schutz vor Wind und Wetter.

    Auch Laubsauger/-bläser, Rasenmäher und andere Geräte sollte man mit Vorsicht einsetzen und sich immer vor Augen halten, dass sie Tiere tödlich verletzen können.

    Bei Laubfeuern im Garten im Herbst gilt es vorab zu kontrollieren, ob sich vielleicht Wildtiere darin versteckt haben. „Igel, Spitzmäuse, Kröten, Schlangen, Amphibien und auch viele Insekten und Spinnen benutzten Laub-, Reisig- oder Haufen aus Baumschnitt sehr gerne als Unterschlupf“, erklärt VIER PFOTEN Expertin Kopetzky.  „Wir empfehlen, einen aufgeschichteten Haufen möglichst schnell nach dem Aufschichten anzuzünden. Wenn ein Haufen bereits länger liegt, ist es ratsam, ihn vor dem Verbrennen unbedingt umzuschichten. Dann haben seine Bewohner eine Chance zu flüchten.“

    Infos zur Erstversorgung für Igel gibt es:

     

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2.098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/