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  • 19.8.2019 Mutter überfahren: Zwei Otterbabys im Burgenland gerettet und in EGS Haringsee gebracht

    Ein drittes Jungtier überlebte leider nicht

    Die beiden Otterbabys Berta und Fibi. © VIER PFOTEN
    Ottermädchen Fibi nach ihrer Rettung. © VIER PFOTEN
    Retter Simon Frey mit Fibi. © VIER PFOTEN
    Kuscheln und schlafen ist die Hauptbeschäftigung. © VIER PFOTEN

    Haringsee, 19. August 2019  Die von VIER PFOTEN geführte EGS Haringsee hat seit wenigen Tagen zwei Otterbabys in ihrer Obhut. Die beiden wurden in Neutal im Burgenland gerettet. Ihre Mutter war leider überfahren worden, und auch für ein drittes Geschwisterchen kam die Rettung zu spät. Den beiden Jungtieren, die vom EGS-Team Berta und Fibi getauft wurden, geht es nun gut, nachdem das Team zunächst einige Tage um sie bangen musste.

    Die Rettung verlief in zwei Etappen. Seit letztem Montag, 12. August, vernahmen Anrainer in Neutal ein deutliches Weinen. Sie bekamen Hilfe von den Naturschutzorganen der Burgenländischen Landesregierung: Ein Mitarbeiter fand am Tag darauf schließlich die kleine Berta im Dickicht an der Seite eines Baches mitten im Ortsgebiet von Neutal. Er brachte das Otterbaby in die EGS.

    „Es war allerdings noch das Weinen eines weiteren Jungtiers in einem Kanal zu hören“, erzählt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Das Entwässerungsrohr hatte einen Durchmesser von nur 80 cm, weshalb die Bergung nicht so einfach war.“ Schließlich fuhr der wissenschaftliche Leiter der EGS, Dr. Hans Frey, nach Neutal. Er nahm seinen Sohn Simon mit, der in das Rohr hineinkroch und nach etwa 80 bis 100 Metern auch das zweite lebende Junge fand. „Traurigerweise aber auch das bereits tote Geschwisterchen“, fügt Kopetzky hinzu. Alle drei Tiere sind bzw. waren Weibchen und etwa zehn Wochen alt.

    Die kleine Fibi hatte an allen Zehen offene Stellen, da sie anscheinend verzweifelt versucht hat, sich an den Betonwänden der Röhre seitlich festzuhalten. „Sie hätte die Nacht sicher nicht überlebt“, so Kopetzky.

    Der Zustand der beiden Otterbabys gab einige Tage lang Grund zur Sorge. Fibi fraß zunächst noch nicht selbst, sie bekam Infusionen. Sonst zeigte sie keinerlei Krankheitssymptome, außer, dass sie sehr viel schlief und etwas matter war als ihre große Schwester. Berta hatte zunächst sehr gierig aus dem Fläschchen getrunken. Danach wollte sie plötzlich nicht fressen, um dann am Freitag wieder mit offensichtlichem Appetit Nahrung aufzunehmen. „Gerade marderartige Tiere sind leider sehr anfällig für manche von Hunden übertragene Infektionskrankheiten. Zum Glück ist den beiden das erspart geblieben. Übers Wochenende haben sie sich erholt, es geht ihnen sehr gut“, freut sich Kopetzky.

    Berta, das größere Otterweibchen, wiegt etwa 1,25 kg, die kleinere Fibi ca 1,1 kg. Bei beiden brechen gerade die ersten Milchzähne durch. Sie werden in diesem Alter immer noch von der Mutter gesäugt, beginnen aber schon, sich für feste Nahrung zu interessieren. Junge Fischotter werden über ein Jahr lang von ihren Müttern betreut.

    Der Leiter der EGS, Dr. Hans Frey, erklärt: „Es ist erstaunlich, dass es der Fischottermutter gelungen ist, an einem so kleinen Bach drei Jungtiere groß zu ziehen. Das veranschaulicht wieder einmal, dass die Fischotter keine blutrünstigen Räuber sind, die ganze Fischteiche ausräumen, sondern sich sehr unauffällig an natürliche Lebensräume anpassen und die dortigen Nahrungsressourcen nutzen. Außer von Fischen ernähren sie sich auch von Kleinsäugern, Fröschen, Krebsen und vielen anderen kleinen Wassertieren.“

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2.098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/