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  • 11.4.2019 Weinviertel: Baby-Waldohreule neben zwei toten Geschwistern geborgen

    Ammeneltern ziehen Nestling bis zur Auswilderung groß

    Die kleine Waldohreule verlor ihre Familie. © VIER PFOTEN
    Die junge Waldohreule wird von Ammeneltern großgezogen. © VIER PFOTEN

    Haringsee, 11. April 2019  Am Wochenende fand eine Familie in ihrem Garten in Staatz im Weinviertel eine Baby-Waldohreule am Boden. Tragisches Detail: Sie lag neben ihren beiden toten Geschwistern. Die kleine Eule ist erst ca. zwei bis drei Wochen alt. Die Familie brachte das Tier zur Versorgung in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS).

    „Vermutlich ist das Nest der Waldohreulen vom Sturm zerstört worden“, sagt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „In diesem Alter sind die Eulenkinder noch echte Nestlinge, die von der Mutter gehudert werden, das heißt, die Mutter wärmt die Kleinen mit ihrem Körper. Ein so kleines Junges, das außerhalb des Nests gefunden wird, benötigt auf jeden Fall menschliche Hilfe.“

    Aber schon wenige Wochen später klettern die kleinen Eulen aus ihrem Nest heraus und sitzen auf den Ästen und Zweigen in der Nähe ihres Nestes. Sie können zu diesem Zeitpunkt noch nicht fliegen, aber schon sehr gut klettern.

    Wenn ein solcher Ästling am Boden gefunden wird, sollte man ihn unbedingt sitzen lassen, erklärt Brigitte Kopetzky: „Nur wenn er sichtbar verletzt ist, benötigt er Hilfe. Wenn er an einer ungünstigen Stelle am Boden sitzt, kann man den Kleinen auf einen Ast in unmittelbarer Nähe setzen. Die Vogeleltern stört der Menschengeruch nicht; sie füttern ihr Junges auf jeden Fall weiter. Kleine Eulen sind aber auch sehr gute Kletterer, die zumeist keine Probleme haben einen Baumstamm hochzuklettern.“

    Der kleine Findling aus Staatz wird in der EGS Haringsee von Ammeneltern der gleichen Art aufgezogen. Wenn er groß genug und selbstständig ist, wird er wieder in die Natur entlassen. Er ist übrigens die erste kleine Eule in der Jungtiersaison 2019 in der EGS.

     

     

    Der Frühling ist Jungtiersaison und daher auch die arbeitsintensivste Zeit in der EGS. „Wir freuen uns daher besonders über jede Unterstützung“, so Kopetzky.

    Spendenlink EGS: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

    Tipps zur Erstversorgung von Wildtieren: https://www.eulen-greifvogelstation.at/erste-hilfe-fuer-wildtiere/

     

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2.098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/