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  • 12.12.2019 Mäusebussard hatte Probleme beim Fressen: Röntgen zeigte Schrotkugel direkt beim Kropf

    Illegaler Abschuss: EGS Haringsee pflegt flugunfähigen Greifvogel

    Mäusebussard mit Schussverletzung. © VIER PFOTEN
    Der Mäusejäger wurde selbst zum Gejagten. © VIER PFOTEN
    Mäusebussard mit Verband. © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 12. Dezember 2019  Ein wunderschöner Mäusebussard ist derzeit Gast in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). Das Tier hat den Pflegern zunächst einige medizinische Rätsel aufgegeben, bis schließlich festgestellt wurde, dass es angeschossen worden war.

    Der Mäusebussard wurde vor etwa zwei Wochen neben einem Feldweg im niederösterreichischen Hausleiten flugunfähig gefunden und in die EGS gebracht. Dort wurde zunächst eine Verletzung im Bereich des Schultergürtels diagnostiziert und auch verarztet.

    Die nächsten Tage lag das Tier viel und verweigerte das Futter, erzählt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky: „Wir mussten ihm kleine Stücke direkt in den Schnabel geben, damit er etwas zu sich nahm. Da wir uns nicht erklären konnten, warum er Problem beim Stehen und Fressen hatte, haben wir ihn schließlich zum Röntgen geschickt.“

    Dabei wurden Schussverletzungen festgestellt. Ein Schrotkorn steckte in der Nähe des Kropfes. Es konnte operativ entfernt werden. Zwei weitere sind leider inoperabel: Eines steckt in der Nähe der Herzbasis, das zweite im Oberschenkel. Die Fraktur eines Knochens des Schultergürtels ist ebenfalls durch den Schuss entstanden, worauf ein vorhandener Bleiabrieb hinweist. Aus diesem Grund erhält der Vogel jetzt auch eine Behandlung, die eine Bleivergiftung verhindern soll.

    „Mittlerweile geht es dem Mäusebussard aber erfreulicherweise wieder recht gut“, sagt Kopetzky. „Er kann wieder stehen und frisst auch brav.“

    Abschuss nicht nur illegal, sondern auch unsinnig

    Der wissenschaftliche Leiter der EGS, Dr. Hans Frey, erklärt: „Leider sind Herbst und Winter eine sehr gefährliche Saison für Greifvögel. Die Zahl an illegalen Verfolgungen, wie z.B. Abschüsse, nimmt in dieser Jahreszeit auffällig zu. Viele Jäger empfinden die Anzahl von z.B. Mäusebussarden, die Österreich in der kalten Jahreszeit teilweise als Wintergäste besuchen, als zu hoch.“

    Dass der stolze Mäusejäger ausgerechnet im heurigen starken Mäusejahr selbst zum Gejagten wird, widerspricht eigentlich jeder Vernunft, sagt Frey: „Jede natürliche Mäusedezimierung sollte im Gegenteil mehr als willkommen sein sollte. Es ist völlig inakzeptabel und empörend, geschützte Tiere illegal zu töten, die gerade in diesen Fällen maßgeblich zur Lösung des Problems beitragen können.“

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2.098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie

    hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/