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  • 11.12.2018 Mäusebussard illegal angeschossen und verletzt zurückgelassen: EGS Haringsee erstattet Anzeige

    Geschützter Vogel mit Unterarmfraktur und Bleivergiftung

    Mäusebussarde dürfen nicht bejagt werden. © VIER PFOTEN
    Angeschossener Mäusebussard © VIER PFOTEN
    Noch ist unklar, ob der Greifvogel wieder fliegen wird © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 11. Dezember 2018   Illegal angeschossen und einfach verletzt auf einem Feld zwischen Bruck und Enzersdorf an der Fischa zurückgelassen: Das ist das Schicksal eines Mäusebussards, der vor einigen Tagen von einer Dame gefunden in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht wurde. Das EGS Team stellte sehr schnell eine Unterarmfraktur fest. Bei einer Röntgenuntersuchung an der Veterinärmedizinischen Universität am nächsten Tag diagnostizierten Tierärzte einen komplizierten Trümmerbruch von Elle und Speiche, ausgelöst durch ein bleihaltiges Geschoß. Ob der Vogel, der nun in der EGS gepflegt wird, wieder voll flugfähig wird, kann man im Moment noch nicht abschätzen. Die EGS Haringsee erstattete Anzeige beim Bundeskriminalamt.

    „Es handelt sich nicht nur um einen Verstoß gegen das gültige Jagdrecht, sondern auch um eine schwere Tierquälerei“, sagt Dr. Hans Frey, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der EGS. „Eine Untersuchung der Blutwerte ergab einen erhöhten Bleiwert im Blut, der ohne Behandlung zu einer Bleivergiftung führt. Wir behandeln diese Vergiftung nun mit Medikamenten.“

    Der Flügel des Vogels konnte mit zwei Knochenpins stabilisiert werden. Die Pins und der angelegte Verband werden, wenn der Bruch gut heilt, in ca. zwei Wochen entfernt. „Dann muss der Bussard erst wieder Flugmuskulatur aufbauen, bevor sein Flugvermögen beurteilt werden kann“, erklärt Dr. Frey.

    Alle Greifvögel sind ganzjährig geschont und dürfen nicht bejagt werden. „Eine schwere Tierquälerei ist es deshalb, da der verletzte Vogel seinem Schicksal überlassen wurde und ohne die Hilfe der Finderin qualvoll verstorben wäre“, sagt Dr. Frey.

    Greifvögel erleiden ohnehin durch Leitungsanflüge, Straßenverkehr, Bahnlinien und Windräder erhebliche ungewollte Bestandsverluste. „Umso trauriger und grausamer ist es, wenn bewusst und widerrechtlich auf sie geschossen wird“, so das Fazit von Dr. Frey.

     

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2017 1.794 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden/ 

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    https://www.facebook.com/eulengreifvogelstation/