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  • 21.05.2021: Igel wurde Opfer von Mähroboter

    Igel wurde Opfer von Mähroboter

    VIER PFOTEN: Vorsicht auch bei Haustieren

    Verletzter Igel
    Verletzter Igel - Symbolfoto © VIER PFOTEN
    Igel
    Geretteter und unversehrter Igel © VIER PFOTEN

    Haringsee, 21. Mai 2021 

    Die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) muss immer wieder Tiere, die Opfer von Mährobotern geworden sind, versorgen. Igel sind besonders oft darunter, so auch im aktuellen Fall. Das EGS-Team musste ein schwer verletztes Tier von seinem Leid erlösen: Eine Dame aus Deutsch-Wagram hatte es in die EGS gebracht, nachdem es sich zunächst in ihren naturbelassenen Garten retten konnte, wo sie ihn aufgefunden hat. Einige Gartenbesitzer in ihrer Siedlung setzen Mähroboter ein.

    „Leider war die Schnittwunde so groß und tief und auch schon mit Fliegenmaden befallen, dass das EGS-Team nichts mehr für den armen Igel tun konnte“, sagt VIER PFOTEN Expertin Veronika Weissenböck. Leider sind die immer beliebter werdenden Rasenroboter für viele Wildtiere, aber auch für neugierige Haustiere mitunter eine tödliche Gefahr.

    „Die Hersteller arbeiten zwar stetig an einer Verbesserung der Sensoren an den Robotern, trotzdem kommt es regelmäßig zu Schnittverletzungen von Tieren, die eben oft auch tödlich sind“, erklärt Weissenböck. Sie erklärt, warum es Igel ehr oft trifft: „Sie flüchten nicht, sondern rollen sich bei Gefahr ein. Entweder sie verenden gleich, oder sie tragen extrem schwere Verletzungen davon.“

    Aus Tier- und Artenschutzsicht haben die Roboter leider auch einen weiteren großen Nachteil: Sie entziehen dem Igel auch die Nahrungsgrundlage. Insekten, Spinnentiere und Schnecken finden auf dauerhaft kurzgeschorenem Rasen keine Lebensgrundlage oder werden vom Mähroboter mitgehäckselt. Streng geschützte Amphibien geraten genauso in die Schneidemesser wie Eidechsen und andere Reptilien. Dadurch wird die Artenvielfalt nachhaltig verringert.

    Aber auch für unsere Haustiere können diese Roboter gefährlich werden. Veronika Weissenböck rät, Hund, Katze und Co. keinesfalls in den Garten zu lassen, wenn der Roboter läuft.

    VIER PFOTEN empfiehlt Tierliebhabern generell, entweder auf Rasenroboter zu verzichten oder ihn nur mit persönlicher Aufsicht einzusetzen: „Am besten ist es, den Roboter nur unter Beobachtung untertags zu nutzen. Bevor man ihn benutzt, sollte man die Wiese genau absuchen und Haustiere keinesfalls in den Garten lassen. Das Beste aus Tierschutz- und Naturschutzsicht ist es übrigens, einen naturnahen Garten zu haben, in dem Vögel und kleine Wildtiere Nahrung und Schutz finden“, so Expertin Weissenböck.

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2020 2.196 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    www.facebook.com/eulengreifvogelstation