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  • 10.09.2021: Fischotter gerettet

    Fischotter gerettet

    Eulen- und Greifvogelstation Haringsee kümmert sich um bezaubernde „Bernie“

    Fischotter "Bernie" in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee
    © VIER PFOTEN
    Bernie schläft noch sehr viel
    © VIER PFOTEN
    Bernie wird auf ca. sechs Wochen geschätzt
    © VIER PFOTEN
     

    Haringsee, 10. September 2021 

    Langweilig wird es dem Team der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee wahrlich nie: Der jüngste Neuzugang ist ein in Katzelsdorf bei Wiener Neustadt gerettetes Fischotterbaby. Anwohner eines Baches hörten vor wenigen Tagen ein jämmerliches Piepsen und dachten zunächst an einen Vogel. Nachdem es aber nicht aufhörte, suchten sie die Gegend ab und fanden das kleine Fischotterweibchen, das sie gleich „Bernie“ tauften, verlassen in der Ufervegetation. Sie informierten die Tierrettung, die das Tier nach Haringsee brachte.

    „Wir schätzen „Bernie“ auf etwa sechs Wochen. In diesem Alter verlassen junge Fischotter ihre Wurfhöhle noch nicht, außer sie geraten in eine Notsituation, etwa weil ihre Mutter nicht mehr zurückkommt. Die Kleine machte uns anfangs etwas Sorgen, weil sie sich hartnäckig weigerte, die ihr angebotene Aufzuchtsmilch aus dem Fläschchen zu trinken. Mittlerweile hat sie sich angewöhnt, die Milch aus einer Schüssel zu trinken und so ihr anfänglich verlorenes Gewicht wieder aufgeholt. Seit kurzem versucht sie auch schon, feste Nahrung zu knabbern“, erzählt der wissenschaftliche Leiter der Eulen- und Greifvogelstation, Dr. Hans Frey.

    Da der kleine Säugling noch viel Pflege braucht, ziehen Hans Frey und seine Frau Sigrid Bernie derzeit noch in ihrem privaten Haus neben der VIER PFOTEN-Station auf. „Sobald sie ein bisschen selbstständiger ist, kann sie aber natürlich in eines unserer Außengehege übersiedeln. Selbstverständlich ist es auch bei ihr unser Ziel, sie letztendlich in die Natur zu entlassen“, so Dr. Frey.

    Streng geschützte Fischotter dürfen in Österreich getötet werden

    Obwohl sie europaweit streng geschützt sind und sich viele Länder aktiv um die Wiederansiedelung der eleganten Wassermarder bemühen, werden in einigen österreichischen Bundesländern Verordnungen erlassen, die eine Tötung von Fischottern erlauben. In Niederösterreich dürfen z.B. durch eine solche Verordnung bis 2023 pro Jahr 50 männliche Tiere getötet werden. Dr. Frey erklärt, warum dies nicht nur aus Artenschutz-, sondern auch aus Tierschutzsicht mehr als problematisch ist: „In der Praxis ist es völlig unmöglich, vor der Tötung des Tieres eine Aussage über dessen Geschlecht zu machen. Daher werden mit Sicherheit auch Muttertiere getötet, die dann ihre Jungtiere als Waisen und nicht überlebensfähig zurücklassen. Junge Fischotter werden mindestens ein Jahr lang von ihrer Mutter geführt und sind ohne diese Führung dem sicheren Tod geweiht.“

    In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2020 2.196 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

    Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

    Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

    www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf

    www.facebook.com/eulengreifvogelstation