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    Portrait männliche Rohrweihe. © VIER PFOTEN
    Weibliche Rohrweihe in der EGS. © VIER PFOTEN
    Junge Rohrweihen im Nest. © VIER PFOTEN
    Männl. Rohrweihe bei der Jagd. © Jozef Mihok

    Beschreibung
    Länge: 48-62cm
    Flügelspannweite: bis 130cm
    Gewicht: Männchen: 540g
    Weibchen: 740g
    Schlanker, schmalflügeliger Greifvogel, ca. in Bussardgröße.
    Weibchen und Männchen unterschiedlich gefärbt, Weibchen sind etwas größer und kräftiger.
    Weibchen durchgehend dunkelbraun mit hellgelbem Kopf und Kehle, weiß bis hellgelbe Schulter und Flügelvorderhand.
    Männchen rostbraun, Kopf hellgrau mit dunkler Strichelung, mittlerer Bereich der Flügel silbergrau, Flügelspitze schwarz, Stoß lang und grau.
    Vögel im Jugendkleid sehen den Weibchen ähnlich, es fehlen ihnen jedoch die hellen Schulter- und Flügelzeichnungen.

    Nahrung
    Kleinsäuger, Kleinvögel, Großinsekten, Frösche, Fische, Eidechsen.

    Fortpflanzung
    Brutzeit: Mai – Juli
    Nest wird am Boden in Schilf oder Röhricht, seltener in Getreidefeldern oder Wiesen gebaut. Beide Vögel bauen, wobei die Hauptarbeit beim Weibchen liegt. Nester werden oft mehrere Jahre hintereinander benutzt.
    Gelege: 4-5 weiße glanzlose Eier
    Brutdauer: 31-36 Tage
    Die Eier werden nur vom Weibchen bebrütet. Es wird während dieser Zeit vom Männchen mit Futter versorgt.
    Nestlingsdauer: 35-40 Tage
    Junge sind nach weiteren 4-5 Wochen selbstständig.

    Lebensweise
    Rohrweihen leben bevorzugt in der Nähe von Gewässern mit Schilf- und Röhricht-Beständen. Beim Fehler solcher Lebensräume weichen sie auf Agrarflächen aus.
    Beim Segeln und Gleiten halten Weihen ihre Flügel V-förmig nach oben und sind deshalb leicht zu erkennen. Sie fliegen knapp über dem Boden, oft in schaukelndem Flug, der dem Schmetterlingsflug ähnelt.
    Während der Balz führt das Männchen akrobatische Sturzflüge vor, um das Weibchen zu beeindrucken. Zu dieser Zeit kann man auch häufig die kiebitzähnlichen Rufe der Rohweihen hören.
    Rohrweihen sind in Nord- und Osteuropa nur zur Brutzeit anzutreffen. Kurzstreckenzieher überwintern im südlichen Europa, Langstreckenzieher fliegen bis Zentralafrika. In Süd- und Westeuropa (auch im Süden Österreichs) verbringen Rohrweihen auch die Wintermonate.

    Gefährdung
    Vor allem durch illegale Verfolgung, Abschuß und Vergiftung.
    Auch der Verlust von Lebensräumen durch Trockenlegung von Sümpfen, Entwässerung, Regulierung von Fließgewässern und Senkung von Grundwasserspiegeln spielt eine wichtige Rolle.
    Nester in Agrarlandschaften sind durch Bewirtschaftung gefährdet und werden häufig mitsamt der Brut zerstört.

    Nahe Verwandte
    In Mitteleuropa sind noch zwei weitere Weihenarten anzutreffen: die Kornweihe und die Wiesenweihe.
    Diese Weihen sind zierlicher als die Rohrweihe und unterscheiden sich durch ihre Gefiederzeichnung. Die Art des Fluges ist bei allen Weihen ähnlich.
    Kornweihen sind nur als Wintergäste bei uns anzutreffen, sie brüten in Nord-Ost Europa, in Frankreich, Spanien und auf den britischen Inseln.
    Die Wiesenweihe verbringt die Sommersaison in Mitteleuropa als seltener Brutvogel. Schutzmaßnahmen, wie frühzeitiges Lokalisieren von Nestern in Getreidefeldern und Schaffung einer Schutzzone um diese Nester, führen zu einer langsamen Zunahme der Bestandszahlen.