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    Bartgeier Paar mit Wolle zum Nestbau © EGS

    Beschreibung
    Länge ca. 110 cm
    Gewicht 5-7 kg
    Flügelspannweite ca. 280 cm

    Wird in menschlicher Obhut  bis über 50 Jahre alt.
    Langer keilförmiger Schwanz,  lange spitz zulaufende Flügeln.
    Der das Auge umgebende Skleralring leuchtet vor allem bei Erregung feuerrot.
     
    Das „Schminken“

    Alle Bartgeier zeigen eine sehr sonderbare Verhaltensweise, die in den 1980er Jahren im Verein Eulen- und Greifvogelschutz erstmalig beobachtet und beschrieben wurde.
    Bartgeier lieben es sich in eisenoxydhaltigem Schlamm zu baden und den feuchten Lehm mit großer Intensität an der Körperunterseite, vor allem im Kehlbereich einzureiben. Die von Natur aus weißen Kehl-, Hals-, Brust- und Bauchfedern erhalten durch die Verbindung mit Eisenoxyd eine prächtige orangerote Färbung.  
    Warum und wozu die großen Greifvögel, die rote Farbe über alles lieben und sowohl im Freiland als auch im Gehege ihr weißes Brust- und Bauchgefieder rostrot einfärben, bleibt bis auf weiteres eines ihrer Geheimnisse.

    Lebensraum und Verbreitung
    Der Bartgeier ist in erster Linie in Gebirgsmassiven vor allem über der Baumgrenze zu finden. Tiefe Schluchten und Täler werden von ihm ebenfalls beflogen. Von Gebirgszügen Marokkos über Südeuropa, Kleinasien bis zur Mongolei und China erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Bartgeiers.
    Die europäische Wildpopulation in den Pyrenäen gilt als einigermaßen stabil, der Bartgeierbestand in Korsika und Kreta ist stark gefährdet.
     
    Nahrung
    Etwa 70-90 % Knochen, restlicher Anteil Haut, Sehnen und Fleisch toter Tiere.

    Das Knochenbrechen
    In Tirol wird der Bartgeier „Boanbrüchl“ genannt, in Spanien „Quebrantahuesos“ (=Knochenbrecher). Obwohl der Bartgeier über einen sehr weiten Schnabel und Schlund verfügt sind manche Knochen doch zu groß um sie auf einmal zu schlucken. So trägt er große Knochen 30 bis 50 Meter hoch in den Himmel um sie auf eine Geröllhalde fallen zu lassen. Die auf dem Gestein zersplitterten, schnabelgerechten Knochenstücke brauchen danach nur noch eingesammelt und verzehrt zu werden.

    Fortpflanzung
    Geschlechtsreife mit 5- 7 Jahre
    Eiablage ab Ende Dezember bis Anfang Jänner
    Gelege mit  1-2 rostbraunen Eier
    Brutdauer durchschnittlich 54 Tag
    Es wird immer nur ein Junges aufgezogen
    Nestlingszeit 4 Monate
     
    Ein Bartgeierpaar bleibt ein Leben lang zusammen
    Brutbeginn zu einem für Menschen unverständlichen Zeitpunkt mitten im Winter. Gerade diese widrigen Wetter-Bedingungen sind es aber, die dem Bartgeier-Küken einen reichen Tisch decken und sein Überleben sichern. Viele Wildtiere wie Gämsen, Steinböcke oder Hirsche kommen im harten Gebirgswinter um und werden von den Bartgeiern zur Aufzucht ihres Kindes verfüttert. Der mächtige Horst, häufig von Steinadlern oder Kolkraben übernommen, wird warm mit Schafwolle ausgepolstert und zusätzlich ist der kleine Geier mit dichten wolligen Daunenfedern ausgestattet um gegen die Kälte des Hochgebirgswinters geschützt zu sein.

    Status in Europa
    Der Bartgeier wurde als angeblicher Kinderräuber und Lämmermörder (daher auch die alte Bezeichnung Lämmergeier) verfolgt und im vorigen Jahrhundert ausgerottet. Der letzte Bartgeier in den Alpen wurde 1913 getötet.
    1978 wurde ein internationales Wiedereinbürgerungsprojekt auf Basis nachgezüchteter Bartgeier gegründet.
    Die Planung, Organisation und Durchführung des Projektes sowie die Koordination der Bartgeierzucht (EEP – Zuchtbuch) übernahm der Verein Eulen- und Greifvogelschutz.

    Bartgeier Patenschaft 2015 mit Michaela Dorfmeister

    Bartgeier Patenschaft 2016 mit Lilian Klebow

    Bartgeier Patenschaft 2017 mit Maggie Entenfellner

    Bartgeier Patenschaft 2018 mit Barbara Stöckl und Helmut Pechlaner

     

    Wiederansiedelungsprojekt für Bartgeier