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  • Jahresrückblick 2019

    Unser Team Ende 2019. © VIER PFOTEN

     

     

    Im Jahr 2019 konnten wir mit Ihrer Hilfe insgesamt 1.851 bedürftige Wildtiere in unserer Station aufnehmen und versorgen!

    882 Pfleglinge wurden erfolgreich wieder freigelassen und 277 dieser aufgenommenen Tiere werden nach wie vor von uns betreut, davon 141 Igelpfleglinge zur Überwinterung.  Außerdem wurden 167 weitere Wildtiere aus dem Bestand aus Vorjahren erfolgreich ausgewildert.

    Wir bedanken und ganz herzlich für Ihre Spenden und hoffen weiterhin auf Ihre Unterstützung für unsere Arbeit!

     

    HIER SIND EINIGE HIGHLIGHTS:

    Fischadler Mirage. © VIER PFOTEN

     

    Fischadler-Dame "Mirage", die seit Ende 2018 unser Pflegling war, konnte wieder ausgewildert werden. Sie hatte Gefiederprobleme nach einem Zusammenstoß mit einer Stromleitung. Wir freuen uns, dass ihr Federkleid endlich perfekt genug für ein Leben in Freiheit ist und sie im August 2019 mit dem Flugzeug zurück in die Schweiz konnte. Im Rahmen eines Wiederansiedelungsprojektes wurde sie dort freigelassen. Wie in der Schweiz, sind auch in Österreich Fischadler leider ausgestorben. Die eleganten Vögel lebten einst an unseren Seen und Flüssen und sind jetzt in Österreich nur mehr als Durchzügler zu sehen. Wir würden uns sehr freuen wenn es gelänge, den Fischadler in der Schweiz wieder erfolgreich anzusiedeln und wünschen Mirage alles Gute für ihre weiteren Flüge!

    Ziegenmelker. © VIER PFOTEN

     

    Ein außergewöhnlicher Pflegling war heuer dieser Ziegenmelker.  Diese Vögel gehören zur Familie der Nachtschwalben und sind in Mitteleuropa schon sehr selten, in manchen Regionen sogar ausgestorben. Sie sind nachtaktiv und fangen im Flug Insekten. Den Name Ziegenmelker erhielten sie, weil man früher irrtümlich glaubte, sie würden Nächtens an den Eutern von Ziegen saugen.
    Unser Pflegling wurde auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Baden/Niederösterreich gefunden und ist dort wohl gegen eine Glasscheibe geflogen. Er hat dabei ein ziemliches Schädeltrauma erlitten und war sehr matt und benommen.

    Ringelnatter mit Asphalt. © VIER PFOTEN

     

    Ein beherzter Straßenarbeiter hat diese Ringelnatter gerettet und zu uns gebracht. Die hübsche Schlange war gerade dabei über den frischen Asphalt zu kriechen und verunreinigte sich ihre Haut leider ziemlich. Aber dank der schnellen Hilfe konnten wir einen Großteil des Asphaltes abwaschen, bevor er vollständig aushärtete. Ringelnattern sind wie alle Schlangen ein wichtiger Teil unserer Ökosystems und stehen außerdem unter Artenschutz. Die meisten in Mitteleuropa vorkommenden Schlangen sind ungiftig und somit für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. An den beiden halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf sind Ringelnattern leicht zu erkennen und können deshalb auch nicht mit giftigen Schlangen, wie z.B. der Kreuzotter, verwechselt werden.

    VIER PFOTEN Präsident Heli Dungler, Monica Weinzettl, Dr. Hans Frey, unser wissenschaftlicher Leiter, und der Bürgermeister von Haringsee, Roman Sigmund. © VIER PFOTEN

     

    Schauspielerin Monica Weinzettl hat die Patenschaft von drei Jungstörchen in unserer Station übernommen und ihnen die Namen „Niña“, „Pinta“ und „Santa Maria" gegeben. Bei der Veranstaltung waren auch VIER PFOTEN Gründer und Präsident Heli Dungler, Dr. Hans Frey, unser wissenschaftlicher Leiter, und der Bürgermeister von Haringsee, Roman Sigmund, anwesend. Monica Weinzettl ist ein großer Fan von Störchen. Sie mag auch die gedankliche Kombination von Entdeckungen und Abenteuern, langen Reisen und Störchen, das half ihr bei der Namens-Wahl. Die drei kleinen Störchen sind Anfang Mai bei uns geschlüpft und im August haben sie sich dem Vogelzug nach Afrika angeschlossen. Wir wünschen ihnen das Allerbeste und hoffen, dass sie uns nächstes Jahr besuchen kommen.

    Junge Fischotter. © VIER PFOTEN

     

    Sieben junge Fischotter wachsen bei uns auf! Mitte August haben wir die zwei verwaisten Fischotter-Babys Berta und Fibi aus dem Burgenland bekommen. Ende August kam ein weiterer kleiner Fischotter namens Oskar aus Oberösterreich zu uns, und Lotte, ein kleines Ottermädchen, wurde uns aus der Steiermark gebracht. Dann kam Leni, ein  junges Weibchen: Die Kleine wurde in Bergheim bei Salzburg jämmerlich weinend auf einem Tennisplatz gefunden. Zu guter letzt, im November, übernahmen wir unabhängig von einander Amy und Bella aus Niederösterreich. Alle sieben verstehen sich prächtig und wachsen gemeinsam in Haringsee an unserem Teich auf und sollen ausgewildert werden, wenn sie alt genug sind.

    FILM FISCHOTTER

     

    Junge Sumpfohreulen. © VIER PFOTEN

     

    Anfang Juli kam es zu einem tödlichen Mähunfall im Bernhardsthal/NÖ, aus dem zwei herzige Sumpfohreulenbabys als Waisen hervorgingen.

    Die beiden Jungvögel stammten aus einer ungewöhnlich späten Eiablage, niemand rechnete mehr damit. So passierte es, dass das Gelege aus sechs Eiern und einem gerade geschlüpften Jungvogel ausgemäht wurde. Die Eulenmutter hat das leider nicht überlebt. Das Nest wurde zu uns gebracht, wo nach etwa einer Woche ein weiterer Jungvogel im Brutschrank schlüpfte. Die beiden Küken entwickelten sich sehr gut und konnten ohne menschliche Prägung aufwachsen. Ende September wurden sie dann in der Abenddämmerung wieder in die Natur entlassen.

    FILM SUMPFOHREULEN

    Verletzter Igel. © VIER PFOTEN

     

    2019 haben wir 409 Igel übernommen. Davon waren 152 Patienten, 257 Jungtierfindlinge (ca. 140 davon waren Babyigel im Sommer, der Rest der Jungigel war zu leicht zum Überwintern). 143 der  Igel 2019 konnten wir schon wieder freilassen, 141 sind zur Zeit noch in der Station. 123 leider verstorben und 2 weitergegeben. Die Anzahl an Igel nimmt jährlich zu. 2017 waren es 253, 2018 334 und 2019 waren es 409. Bevor ein Igel im Herbst in menschliche Obhut genommen wird, sollte zuvor überprüft werden ob er wirklich Hilfe benötigt. Oft ist es sinnvoller Igel im Garten durch eine Futterstelle oder durch Schaffen von geschützten Überwinterungsplätzen zu unterstützen.