Lichtverschmutzung schadet Tieren

In allen Städten ist es in der Nacht sehr hell und grell beleuchtet. © VIER PFOTEN
In den Himmel gerichtet, verursacht Licht besonders irritierende und schädliche Lichtstrahlung. © VIER PFOTEN
Bäume und Sträucher sollten niemals beleuchtet werden, sie sind Lebensraum von Tieren. © VIER PFOTEN
Grell beleuchteter Weihnachtsmarkt in einem Park. © Elisabeth Blum

Eine gute Beleuchtung von Straßen und Plätzen dient seit jeher dem Sicherheitsbefinden von uns Menschen. Heute wird Licht in den Abend- und Nachstunden darüber hinaus häufig dazu eingesetzt Aufmerksamkeit zu erregen. Sei es in Form von Werbung oder um Gebäude besonders zu beleuchten.

Übermäßige Beleuchtung birgt Schattenseiten

Alle Lebewesen sind einem natürlichen Tag-Nachtrhythmus unterworfen, der durch Licht und Dunkelheit bedingt ist. Nicht nur wir Menschen leiden unter der fehlenden Dunkelheit, auch der Biorhythmus vieler Tierarten wird dadurch gestört. Das hat Auswirkungen auf ihre Orientierung, ihre Kommunikation, ihr Fortpflanzungsverhalten, ihr Fressverhalten und ihr Schlafverhalten.

  • Zugvögel werden vom hellen Lichtschein angezogen und prallen gegen hohe beleuchtete Gebäude.
  • Schildkrötenschlüpflinge finden den Weg ins Meer aufgrund der Beleuchtung von Strandpromenaden und Hotels nicht mehr.
  • Insekten verglühen zu Tausenden beim Anfliegen an Straßenlaternen und ähnlichen Beleuchtungskörpern.
  • Sogar das Vorkommen von verschiedenen Pflanzenarten ändert sich in Richtung Licht-toleranter Arten. 
  •  Die Beobachtung des Sternenhimmels und der Milchstraße ist nur mehr in abgelegenen Gegenden möglich.
  • Der Energieverbrauch durch übermäßige Beleuchtung ist enorm.

Wie kann man diese negativen Auswirkungen verringern?

  • Künstliches Licht so kurz wie möglich nur dort einsetzten, wo es unbedingt nötig ist.
  • Der Lichtstrahl von Lampen sollte immer nach unten gerichtet sein und die Lampen sich in einem geschlossenen nach oben abgeschirmten Gehäuse befinden.
  • Die Oberflächentemperatur von Leuchten sollte nicht höher als 60C° sein.
  • Leuchtmittel mit geringem Ultraviolett- und Blauanteil im Spektrum verwenden.
  • Die Höhe von Lichtpunkten möglichst geringhalten und nie über die Horizontale strahlen, um eine Fernwirkung auf Tiere zu vermeiden.
  • Keine Gartenteiche, Bäume oder Sträucher anstrahlen, diese sind Lebensräume von Tieren, die ihre Nachtruhe brauchen.

Muss Weihnachtsbeleuchtung sein?

Gerade in der Weihnachtszeit, die eigentlich eine stille Zeit sein sollte, entsteht oft ein regelrechter Wettbewerb um die hellste und strahlendste Weichnachtsbeleuchtung. Laut oberösterreichischem Energiesparverband entspricht der Energieverbrauch in Österreich in den wenigen Wochen um die Weihnachtszeit dem Jahresverbrauch einer Stadt mit ca. 10.000 Haushalten.

Wenn man keinesfalls auf Lichterketten und ähnlichem verzichten möchte, bitte unbedingt beim Kauf auf energiesparenden LED-Lampen achten. Außerdem bitte die Beleuchtung auf die Abendstunden beschränken und mittels Zeitschaltuhr während der Nacht abdrehen.

 

Weiterführende Links zum Thema:

http://wua-wien.at/naturschutz-und-stadtoekologie/lichtverschmutzung

http://www.hellenot.org

Folder:

http://www.hellenot.org/fileadmin/user_upload/PDF/publication.pdf