Bejagung von Krähenvögeln

Geretteter junger Eichelhäher © VIER PFOTEN
Erwachsene Nebelkrähe © VIER PFOTEN
Elster © EGS
Nordische Krähenfalle mit Taube als illegalem Köder © EGS

In einigen österreichischen Bundesländern werden regelmäßig Verordnungen ausgestellt, die die großzügige Tötung von Krähenvögeln erlauben. Obwohl Krähen als Singvögel durch die europäische Vogelschutzrichtlinie geschützt sind, werden diese Ausnahmegenehmigungen erteilt. Als Begründung für die grausamen Aktionen wird die angebliche Schädlichkeit der intelligenten Vögel angeführt.

Gründe für den Rückgang von Niederwild
Als Fleischfresser ernähren sich einige Krähenvogelarten auch von anderen Tieren oder deren Gelegen. Der Rückgang von vielen Tierarten, wie z.B. dem Rebhuhn, dem Fasan oder dem Feldhasen  ist allerdings mit der Veränderung von Lebensräumen, dem Wegfall geeigneter Nahrungsgrundlagen und dem großflächigen Einsatz von Giften zu begründen und nicht mit dem Vorhandensein  von Beutegreifern, wie z.B. Krähen.

Sind Elstern eine Gefahr für Singvögel?
Singvögel erbrüten in einem Jahr sehr viele Jungvögel. Die Natur ist darauf eingerichtet, dass nur ein kleiner Prozentsatz dieser Jungen das Erwachsenenalter erreicht und bei Ausfall des Geleges wird dieses sofort durch ein neues ersetzt. Die größten Verluste an Jungvögeln gibt es durch Witterungseinbrüche und Nahrungsknappheit. Ein kleiner Teil der Jungvögel wird auch von Beutegreifern, wie z.B. der Elster, erbeutet. Trotzdem ist die Siedlungsdichte von Singvögeln in strukturreichen Gärten, Parks und an Ortsrändern, an denen auch viele Nesträuber wie Eichhörnchen, Spechte oder auch Elstern bevorzugt leben, am größten.

Bedeutung von Beutegreifern im natürlichen Lebenszyklus
Durch das gezielte Fangen von kranken und verletzten Tieren verhindern Beutegreifer das Ausbreiten von Seuchen und Krankheiten und verkürzen als „Gesundheitspolizei“ ein langes Leiden ihrer Beute.

Probleme in der Landwirtschaft
Ernteschäden, wie sie von Saatkrähen verursacht werden können, sind mit verschiedenen  anbautechnischen  Maßnahmen einzudämmen. Auch Schäden an Siloballen dürfen  kein Argument für die Verfolgung  ganzer Vogelarten sein.  Silofolien sind menschliche Produkte und wenn es zu Schäden derselben  kommt, muss die Bestrebung dahingehend sein, die Folien anzupassen, denn die Natur kann nicht durch unverhältnismäßige Eingriffe an die menschliche Technik angepasst werden.

Mehr Krähen durch Bejagung
Der Abschuss von ortsansässigen territorialen Krähen verhindert den natürlichen Regulationsmechanismus durch innerartliche Konkurrenz und fördert somit den Zuzug von noch revierlosen Jungvogelgruppen. Damit erhöht sich die Anzahl von Krähenvögeln in einem Revier.
Ein Überhandnehmen von Krähenvögeln wird in der Natur durch die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen wie z.B. Futter und auch durch Fressfeinde wie z. B.  Habicht oder Uhu verhindert.

Krähenfallen sind nicht selektiv
Der Fang von Krähen mit sogenannten "Nordischen Krähenfallen" ist eine besonders tierquälerische Methode der Verfolgung und betrifft zudem auch viele andere geschützte Vogelarten, die sich in diesen Fallen verfangen.

Tierschutz
Aus ethischen Gründen muss jede andere tierfreundliche Möglichkeit zur Vermeidung von unzumutbaren Schäden durch Krähenvögel ergriffen werden. Das kann Vergrämung, Abdeckung von Siloballen und Anpassung des Saatzeitpunktes sein. Im österreichischen Tierschutzgesetz ist ja schließlich das unnötige Töten von Tieren eindeutig verboten.

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