Specht-Schäden an Hausfassaden

Buntspecht-Patient in unserer Station
© Stefan Knöpfer
Schwarzspecht; hier sieht man die Spechtlöcher im Stamm
© VIER PFOTEN
Portrait von Grünspecht
© Stefan Knöpfer
 

 

Die meisten Specht-Arten suchen ihre Nahrung unter der Rinde morscher Bäume. Sie beklopfen diese mit ihrem Schnabel und achten dabei auf Geräusche, die ihnen einen Hohlraum anzeigen. Dort meißeln sie dann ein Loch, um zu ihrer Beute zu gelangen. Auch ihre Nisthöhlen bauen sie bevorzugt an hohl klingenden Stellen alter Bäume.

 

Warum klopfen Spechte an Fassaden?
Moderne Fassadendämmungen klingen für einen klopfenden Specht genauso hohl wie morsches Holz unter einer Baumrinde. Das verleitet Spechte oftmals dazu auf der Suche nach Nahrung große Löcher in Hausfassaden zu meißeln. Manchmal werden sogar Schlaf- oder Nisthöhlen in die Wärmedämmung gehackt. Offene Specht-Löcher werden auch gerne von anderen Tieren als Nistplatz verwendet.

 

Nur verbesserte Bau-Materialien bieten 100%igen Schutz
Der einzige sichere Schutz vor Specht-Schäden ist eine Anpassung der Materialien.  Hierzu sind die Hersteller von Baumaterialien, Baumeister und Architekten gefragt, Fassaden durch stärkeren oder glatteren Putz, weniger hohl klingende Isolierungen oder durch den Einbau von feinmaschigen Abwehrgittern in die Putzschicht so zu gestalten, dass die Aussenwände für Spechte nicht mehr reizvoll sind.

 

Was kann ich noch tun?
Am besten bewährt hat sich die Methode Hauskanten mit einem glatten Material, z.B. Blech, zu verkleiden. Spechte landen meist an Kanten oder anderen Hausvorsprüngen und beginnen von dort ihre „Arbeit“. Das glatte Blech macht eine Landung an diesen Stellen unmöglich. Schon vorhandene Specht-Löcher sollten möglichst rasch verschlossen werden, da Spechte auch dort bevorzugt landen.

 

Versuchen sie ihre Fassade unattraktiv für Spechte zu machen. Stören sie ihn bei seiner Arbeit, rufen sie oder klatschen sie in die Hände. Hängen sie glitzernde, sich bewegenden Bänder, Metallstreifen, CD’s  oder andere Vogelscheuchen auf. Leider ist diese abschreckende Wirkung aber meist nur zu Beginn vorhanden, relativ schnell tritt Gewöhnung ein.

 

Spechte sind geschützte Tiere
Maßnahmen, die zum Tode der Vögel  führen, sind nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen sondern in jedem Fall verboten. Sie sind zumeist auch sinnlos, da ein verlassenes Revier schnell wieder von einem neuen Vogel besetzt werden würde. Während der Brutzeit dürfen Nisthöhlen keinesfalls verschlossen werden!

 

Wie kann ich Spechten helfen?
Lassen sie in ihrem Garten alte, teils morsche Bäume stehen, wo dies möglich ist. Auch in Parks und öffentlichen Grünanlagen können Bereiche mit hohem Totholzanteil erhalten bleiben, wenn diese für Besucher gesperrt werden. Nicht jeder abgestorbene oder morsche  Baum ist nur ein Sicherheitsrisiko, sondern vielmehr ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, Pflanzen und anderen Organismen.

 

Grüne Fassaden
Eine besonders schöne Methode Lebensraum zu schaffen und Schäden abzuwehren ist das Begrünen der Hausfassade mit Pflanzen.