26.9.2017 Rettung in letzter Minute: Igelbaby wog nur 110 Gramm

EGS Haringsee hat derzeit 23 Winzlinge in Pflege

Sehr kleine Igel können ohne Mutter nicht überleben. © VIER PFOTEN
Nicht jeder junge Igel, den man in der Natur sieht, braucht Hilfe. © VIER PFOTEN
Bitte erkundigen Sie sich bei einer Wildtierstation, was zu tun ist. © VIER PFOTEN
 

Haringsee/Wien, 26. September 2017  Hungrig und unterkühlt – in diesem Zustand fand eine Spaziergängerin einen kleinen Igel im 22. Bezirk in Wien auf der Straße. Sie brachte ihn in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee. Das Igelbaby wog nur 110g – nur wenig später wäre es auch schon zu spät für eine Rettung gewesen.

„Vermutlich hatte der kleine Igel bei einem Ausflug seine Mutter verloren“, sagt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Er hätte sicher keine Chance gehabt, alleine über den nächsten Winter zu kommen. Sobald Igelkinder verwaist sind, brauchen sie unsere Hilfe.“ Igel sind übrigens streng geschützte Wildtiere.

Derzeit hat die EGS 23 kleine Igel aufgenommen. Fast alle sind noch sehr klein und wiegen nicht viel mehr als 100 Gramm. Sie werden jetzt von den Tierpflegern aufgepäppelt und kommen dann zum Winterschlaf in Volieren. Wie in der EGS üblich, werden sie danach in die Freiheit entlassen.

Wichtig ist, gerade jetzt im Herbst, zu wissen, dass kleine Igel wirklich nur dann Hilfe brauchen, wenn die Mutter tatsächlich nicht mehr zur Verfügung steht. Kopetzky: „Das ist allerdings der Ausnahmefall. Wenn Sie also einen kleinen Igel, der offensichtlich alleine ist, sehen, beobachten Sie ihn bitte aus sicherer Entfernung über einen längeren Zeitraum. Erst wenn Sie wirklich sicher sind, dass es ein verwaistes Tier ist, rufen Sie Hilfe.“

Ab einem Alter von ca. 3-4 Wochen und einem Gewicht von ca. 200g verlassen Jungigel zeitweise alleine ihr Nest. Sie finden ohne Probleme wieder zurück und müssen unbedingt in Ruhe gelassen werden.

Hilfe ist allerdings auch notwendig, wenn erwachsene Igel apathisch sind, sich torkelnd und unsicher bewegen, bei Annäherung nicht flüchten, sich nicht einrollen oder eine sichtbare Wunde, Verbrennung oder sonstige Verletzung haben.

In vielen Gärten hausen derzeit ganze Igelfamilien mit noch sehr kleinen Jungen. Die Mutter wärmt die Jungen in den kalten Nächten in ihrem Nest. Die Kleinen haben noch Zeit, sich einen Winterspeck anzufressen. „Man kann man ihnen durch Zufüttern helfen“, sagt VIER PFOTEN Expertin Kopetzky. Tipps dazu und generell zu Igeln finden Interessierte auf www.eulen-greifvogelstation.at/erste-hilfe-fuer-wildtiere/erstversorgung-igel

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2016 1.431 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf
www.facebook.com/eulengreifvogelstation