16.8.2017 Eichhörnchen-Kinder Gina und Jimmy sind die neuen Herzensbrecher in der EGS Haringsee

Junges Eichhörnchen mit rötlicher Fellfärbung. © VIER PFOTEN
Die beiden Eichhörnchen Kinder. © VIER PFOTEN
Junge Eichhörnchen schlafen viel. © VIER PFOTEN
Gerettetes Hörnchen mit dunklem Fell. © VIER PFOTEN

Haringsee/Wien, 16. August 2017 Das Team der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat entzückende neue Gäste: Zwei Eichhörnchen-Junge, ein Weibchen und ein Männchen, halten die Tierpfleger auf Trab. Obwohl sie keine leiblichen Geschwister sind, scheinen sie ein Herz und eine Seele zu sein.

VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky erzählt: „Das kleinere Eichhörnchen, das wir Jimmy genannt haben, kam vor ca. einer Woche aus Bad Deutsch Altenburg in die EGS. Es war in einem Garten gefunden worden und schon ganz ausgekühlt.“ Es ist jetzt etwa drei bis vier Wochen alt und hat erst vor kurzem seine Augen aufgemacht.“

Sein größeres Ziehgeschwisterchen Gina, das ca. ein bis zwei Wochen älter ist, kam erst vor wenigen Tagen aus Straßhof in die EGS. „Es ist dort Menschen auf der Suche nach Hilfe regelrecht nachgelaufen“, so Kopetzky.

Sobald sie alt und auch fit genug sind, werden Gina und Jimmy in einer ruhigen, naturbelassenen Gegend wieder in die Freiheit entlassen werden.

Eichhörnchen wechseln mit ihren Jungen während der Aufzuchtphase oft ihr Zuhause, den so genannten Kobel. Meistens machen sie das, wenn sie sich gestört fühlen und ihnen ihr alter Kobel nicht mehr sicher genug vorkommt. Dabei kann es vorkommen, dass sie, vor allem in Stresssituationen, ein Junges verlieren.

„Man sollte diese Jungtiere aber erst dann bergen, wenn sicher ist, dass die Mutter nicht mehr vorbeikommt, um das Junge zu holen“, empfiehlt Brigitte Kopetzky. Eine sofortige Rettung ist laut der VIER PFOTEN Expertin dann notwendig, wenn das Jungtier verletzt oder schon unterkühlt ist. Größere Eichhörnchen-Junge, die verlassen wurden, suchen auch aktiv die Hilfe von Menschen. Dann ist eine Mitnahme auch notwendig.

Aber Achtung: Junge Eichhörnchen haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem. „Versuchen Sie daher nicht, sie selbst zu füttern, sondern bringen Sie die Kleinen so schnell wie möglich in eine kompetente Wildtierpflegestation“, rät Kopetzky abschließend.

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2016 1.431 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: http://www.eulen-greifvogelstation.at/spenden