12.1.2017 Mäusebussard mit Schussverletzung im Burgenland aufgefunden

Eulen- und Greifvogelstation Haringsee erstattet Anzeige

Angeschossener Mäusebussard mit Flügelverband
© VIER PFOTEN
Noch sitzt der Mäusebussard in einer Krankenbox
© VIER PFOTEN

Haringsee, 12. Jänner 2017 – Alles deutete zunächst auf einen Routinefall für das Team der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation (EGS) Haringsee hin: Vor einigen Tagen brachte ein engagierter Spaziergänger einen  Mäusebussard.  Er hatte den Vogel verletzt in Schattendorf im Burgenland auf einem Feld gefunden.

Der Mäusebussard hatte eine offene Fraktur des linken Flügels, die von den Profis der EGS um Leiter Dr. Hans Frey als Erstversorgungsmaßnahme mit einem Verband versorgt wurde.

Wenige Tagen später brachten die Kollegen der EGS den Mäusebussard  an die Veterinärmedizinische Universitätsklinik zur genauen Untersuchung. Dort wurde schließlich beim Röntgen eine Schussverletzung festgestellt. VIER PFOTEN Vogelexpertin Brigitte Kopetzky erzählt: „In einem Unterarmknochen stecken kleine Schrotsplitter, die nicht herausoperiert werden können. Der Vogel hat dadurch auch schon erhöhte Bleiwerte im Blut und wird nun auch gegen diese Bleivergiftung behandelt.“ Seit kurzem ist er nach seinem „Spitalsaufenthalt“ zur Erholung wieder in der EGS, die nun auch offiziell Anzeige beim Bundeskriminalamt, Abteilung Umweltkriminalität, erstattet.

Die Fraktur ist medizinisch versorgt, der Verband wird nicht vor dem 25. Jänner entfernt werden können. Brigitte Kopetzky: „Ob der Flügel vollständig ausheilen wird, kann man zur Zeit noch nicht sicher sagen. Wir hoffen selbstverständlich das Beste für unseren schönen Patienten.“

Mäusebussarde sind, wie alle Greifvögel, ganzjährig geschont und dürfen daher nicht bejagt werden. Leider werden die Vögel von manchen Jägern als Jagdkonkurrenten gesehen und deshalb illegal getötet.

Die Annahme, dass Beutegreifer eine schädlichen Einfluss auf die Population ihrer Beutetiere ausüben, wurde bereits in mehreren Studien widerlegt. „Es wäre daher wirklich wünschenswert, wenn diese Erkenntnisse auch in der Ausbildung angehender Jäger berücksichtigt würden“, sagt Kopetzky. „Der illegale Abschuss von Greifvögeln ist nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern ist auch ein grober Verstoß gegen österreichische Jagdgesetzte und die EU Vogelschutzrichtlinie.“

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2016 1.431 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen  Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Wenn Sie die Arbeit der EGS unterstützen möchten, dann können Sie hier spenden: www.eulen-greifvogelstation.at/spenden

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf
www.facebook.com/eulengreifvogelstation