8.6.2016 Verwaiste Steinkauzkinder in der EGS

Die neuen Stars in der EGS Haringsee: zwei verwaiste Steinkauzkinder

Geretteter junger Steinkauz
© Sarah Hochgeschurz
Gerettete junge Steinkäuze
© Sarah Hochgeschurz

Ammeneltern sorgen sich in VIER PFOTEN-Station um Jimmy und Joe

Haringsee/Wien, 8. Juni 2016  Das Team in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat mit zwei verwaisten Steinkauzjungen neue und besonders herzige Stars. Die beiden Jungvögel wurden aus der Veterinärmedizinischen Uniklinik Wien gebracht, nachdem sie von beherzten Passanten gerettet worden waren: Vor wenigen Tagen war bei einem starken Sturm der Ast einer Kastanie in der Allee des Schlossparks in Stetteldorf am Wagram abgebrochen; dieser hatte die gesamte Steinkauzfamilie beherbergt.

„Die Eltern flogen im Schock davon, und drei kleine Steinkauzkinder landeten unsanft am Boden“, berichtet VIER PFOTEN-Expertin Brigitte Kopetzky. Leider verletzte sich eines der drei Kauz-Kinder dabei so schwer, dass es erlöst werden musste. Die anderen beiden sind nun in der EGS Haringsee und werden dort von einem  Ammenpaar, zusammen mit einem weiteren Steinkauzjungen, aufgezogen. Das Team der EGS hat die beiden Jimmy und Joe getauft.

Auswilderung von Jimmy und Joe geplant

„Jimmy und Joe sitzen im Nistkasten und lassen sich kaum blicken“, erzählt Kopetzky. „Wenn sie alt genug sind und alles Überlebenswichtige von den Zieheltern gelernt haben, werden wir sie wieder in die Natur entlassen.“
 
Steinkäuze sind eine der kleinsten Eulenarten, die in Österreich lebt. Ihr Federkleid ist am Rücken dunkel graubraun mit weißen Tupfen. Charakteristisch ist in Ruhehaltung die kugelige Gestalt in der Silhouette. Der Name Steinkauz weist auf Brutplätze wie Felswände, Steinbrüche und Ruinen hin. Mitteleuropäische Steinkäuze sollten korrekterweise „Baumkäuze“ heißen, da bis zu 92% der Brutplätze in Obstbäumen, Weiden, Pappeln, Linden und Eichen gewählt werden.

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte 2015 über 970 Tieren geholfen werden, darunter mehr als 800 Wildvögel, wobei davon ca. die Hälfte Jungvögel waren. Alle Jungtiere wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen  Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Igel, Fledermäuse und Sumpfschildkröten wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.


Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:
www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf
www.facebook.com/eulengreifvogelstation/