18.4.2016 Entenmutter und ihre 13 Eier evakuiert

Entenmutter und ihre 13 Eier aus Innenhof im 15. Bezirk evakuiert

Entenrettung aus Hinterhof in Wien
©VIER PFOTEN
13 Enteneier übersiedeln nach Haringsee
©VIER PFOTEN

Wien/Haringsee, 18. April 2016  VIER PFOTEN-Mitarbeiter wurden heute auf eine Entenmutter aufmerksam gemacht, die in einem Innenhof im 15. Wiener Gemeindebezirk hinter Transportpaletten ihre 13 Eier bebrütete. Da es weit und breit kein Gewässer gibt, zu dem das Tier die Jungen nach dem Schlupf sicher führen kann, beschlossen die Tierschützer einen Transfer in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee.

EGS-Tierpfleger Stefan Knöpfer kam, um die Ente vorsichtig in eine Transportbox zu heben und gemeinsam mit ihren Eiern nach Haringsee zu bringen. „Wir versuchen, ihr eine ruhige Voliere anzubieten und hoffen, dass sie dort weiterbrütet“, so Knöpfer.

Gerade erst vor kurzem kamen 13 Stockentenküken in die EGS, die in Wien auf einem Balkon geschlüpft waren und deren Mutter floh, nachdem der Balkonbesitzer die Entenfamilie in den Hof verfrachtete. In der Stadt treten leider häufig Probleme nach dem Schlupf der Küken auf. Als Nestflüchter folgen sie der Mutter zum nächsten Gewässer. Unter natürlichen Umständen ist das meist nahe dem Brutplatz, wobei selbst erhebliche Höhendifferenzen von den Küken problemlos überwunden werden können. Auch im urbanen Bereich versucht die Entenmutter ihre Kinderschar zum nächsten Parkteich zu führen, mitunter begleitet von zivilen Tierfreunden, freundlichen Polizisten oder der Feuerwehr.


In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte 2015 über 970 Tieren geholfen werden, darunter mehr als 800 Wildvögel, wobei davon ca. die Hälfte Jungvögel waren. Alle Jungtiere wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen  Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Igel, Fledermäuse und Sumpfschildkröten wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.