Zwergohreule

Die kleinste Eule Österreichs

Zwergohreule mit Jungvogel © EGS /Stefan Knöpfer

Körpermaße
Länge: 19-21 cm
Flügelspannweite: 47-54 cm
Gewicht: 79-93 g

Nahrung
Nahrungsspezialist; frisst überwiegend große Insekten, vorwiegend Laubheuschrecken, auch Käfer, Nachtschmetterlinge, selten Mäuse (1,2%) oder Kleinvögel (0,6%).

Beschreibung
Augen verhältnismäßig groß; Iris orange oder zitronengelb; Federohren nur erkennbar, wenn der Vogel ängstlich ist und sie aufstellt – sehen eher aus wie Hörner;
Etwas kleiner als eine Amsel;
Gefieder ist rindenfarbig und weist Grau-, Braun- und Schwarztöne auf. Die Zwergohreule  ist fast „unsichtbar“, wenn sie sich an den Stamm eines Baumes drückt.

Fortpflanzung
Geschlechtsreife: 1 Jahr
Legebeginn: ab Mitte Mai
Gelegegröße: 4-6 reinweiße, fast vollständig runde Eier.
Brutdauer: 24-26 Tage
Nestlingszeit: 21-29 Tage: mit 40-50 Tagen sind die Jungen selbständig.

Der Ruf
Am bekanntesten ist der Gesang des Männchens - ein „Dju“, das eintönig ca. alle 2-3 Sekunden in langen Reihen erklingt.
Der Gesang ist mehrere 100 Meter, manchmal sogar bis zu 1 km weit zu hören.
Der Ruf der Zwergohreule erinnert an Rufe der Geburtshelferkröte, die allerdings in Österreich nicht vorkommt.
Ab dem 7. Lebensmonat beherrschen Zwergohreulen den Reviergesang.

Kleine Kämpfer
Zwergohreulen, wie auch Waldkäuze, verteidigen ihr Gelege und ihre Jungen vehement gegen Eindringlinge. Mit ausgestreckten Krallen stürzen sie sich auf Nesträuber und versuchen sie von ihrem Brutplatz, zumeist einer Baumhöhle oder einem Mauerloch, zu vertreiben.

Gefährdung
Überlebenswichtig ist das Vorkommen von Großinsekten und Baumhöhlen.
Hauptrückgangsursache sind Lebensraumverlust durch intensive und industrialisierte Landwirtschaft, Obst- und Weinbau sowie Vergiftung der Nahrung mit Insektenvertilgungsmitteln.
Im Mittelmeerbereich fallen viele Eulen während des Vogelzuges menschlichen Jägern zum Opfern.

Brutvogel in Österreich
Die Zwergohreule wird zu den seltensten Brutvögeln Österreichs gezählt, ihr derzeitiger Bestand wird auf 25-30 Brutpaare vor allem in Kärnten, der Südoststeiermark und im Südburgenland geschätzt.

Lebensraum und Verbreitung
Offenes Gelände mit einzelnen Bäumen, Baumgruppen, parkähnlichem Baumbestand oder halbzerfallenen Gebäuden;
Extensiv bewirtschaftete Obst-, Weinbaugebiete, Gärten, Feldgehölze, Alleen, Randbereiche lichter Au- und Eichenwälder.
Das österreichische Verbreitungsgebiet stellt den Nordrand des europäischen Brutareals dar.
Sommervogel, der im Laufe des Septembers in wärmere Gebiete zieht: Mittelmeerinseln, Küstengebiete Nordafrikas, Savannenzone Westafrikas, Kamerun, Uganda, Kenia.

Besonderheiten – Wissenswertes
Zwergohreulen reagieren auf Gefangenwerden und Festhalten mit einer Schreckmauser, d. h. sie verlieren Teile des Kleingefieders, sowie Arm- und Steuerfedern.

Gebirge, das Mittelmeer sowie die Sahara stellen für diese „Zugeule“ keine Hindernisse dar – sie werden im Nonstopflug überquert.

Sibirische Zwergohreulen überwintern in Äthiopien und benötigen für diese Wegstrecke von 7.000 bis 8.000 km ca. zwei Monate.

Zwergohreulen verlieren während des Vogelzuges fast 20% ihres Körpergewichtes.

Nichtbrütende Einzelvögel wurden sogar in Island (!) gefunden.

Ein Männchen kann bis zu drei Weibchen gleichzeitig betreuen.

Ab dem 14. Lebenstag graben Jungeulen in der Nisthöhle Löcher um darin ihren Kot zu deponieren.