Die Waldohreule

Waldohreulen Patient © EGS
Gerettete junge Waldohreulen © EGS

Körpermaße
Länge: 35- 37 cm
Flügelspannweite: 90- 100 cm
Gewicht: 250- 300 g

Nahrung
Wühlmäuse, vor allem Feldmäuse, aber auch andere, häufig vorkommende Nager und Kleinvögel.

Fortpflanzung
Brutzeit: März- Juni
Gelege: 4-6 Eier
Brutdauer: 24- 28 Tage
Nestlingsdauer: 20- 25 Tage

Lebensraum
Kleine Baumbestände in der Nähe von Weiden oder Äckern.
Deckungsreiche Föhren- oder Fichtenwipfel und dichtes Gebüsch wird als Tagesschlafplatz bevorzugt, wo sie sich in aufrechter Haltung an den Stamm lehnen.
Im Winter und an kalten Tagen oft auch in kahlen Bäumen an sonnigen Plätzen zu finden.
Leben auch in Randbezirken von Städten und Siedlungen.

Unterschiede Waldohreule – Waldkauz
Die Waldohreule ist kleiner, schlanker und hat längere Flügel als der dickköpfige Waldkauz. Sie beseitzt außerdem Federohren, der Waldkauz hingegen nicht.
Die Waldohreule hat orange- bis feurig-gelbe, der Waldkauz schwarze Augen.

Balz
Oft schon ab Jänner oder Februar kann man an Waldrändern, in Dörfern auch in Parks und Friedhöfen des Stadtgebietes die leisen, monotonen und tiefen “huh“ Rufe des Männchens vernehmen. Im Balzflug klatscht er auch mit den Flügeln an der Körperunterseite zusammen. Die unauffällig summenden Rufe des Weibchens sind um einiges höher.

Brutplatz
Wie alle Eulen können auch Waldohreulen selbst kein Nest errichten. Sie brüten fast ausschließlich in Nestern von Krähen oder Elstern, die leider immer noch intensiv gejagt und bekämpft werden. Manchmal kommt es so weit, dass diese Vögel sogar regional ausgerottet werden – dann haben die Waldohreulen dort keine „Wohnungen“ mehr. Waldohreulen können, sofern sich ein Nest darin befindet, jedes Wäldchen besiedeln.
Durch das Anbringen von künstlichen Nisthilfen in Form eines flachen Weiden- oder Brotkörbchens, das mit Stroh, Rindenmulch, kleinen Ästen oder Reisig ausgelegt wird, kann man helfen. Das Körbchen wird an einem starken Seitenast nahe am Stamm eines Nadelbaumes befestigt.

Brut
Wie bei allen Eulen brütet nur das Weibchen tief in das Nest geduckt. Vom Boden aus sind zumeist nur die langen Federohren zu erspähen. Das Männchen wählt einen Beobachtungsposten mit Blick zum Nest.
Das brütende Weibchen und später auch die frischgeschlüpften Jungen sind in den ersten Tagen vollständig vom Männchen abhängig. Dieses geht auf Jagd und versorgt das Weibchen und später auch die Jungen mit Nahrung. Die Mutter zerteilt ihren Jungen die Beute dann in kleine Happen.

Junge Waldohreulen
Die Augen junger Waldohreulen sind chrom – bis orangegelb, die Pupillen trüb indigoblau.
Junge Waldohren betteln mit wehmütigen Klagelauten nach Futter – ein herzzerreißendes, monotones Fiepen, ähnlich einem Rehkitz, das weithin hörbar ist und alle 5-10 Sekunden wiederholt wird. Die Geschwister eines Schlupfes sind deutlich in der Tonhöhe unterscheidbar. Durch dieses, mitunter bis zu 2 Monaten andauernde nächtliche Fiepen, wird eine Waldohreulenbrut von Gartenbesitzern oft erst bemerkt.
Bis zur zweiten Lebenswoche sind die Jungeulen darauf angewiesen von ihrer Mutter gewärmt und vor allem gefüttert zu werden.
Nach ca. 20 Tagen verlassen die Jungen flugunfähig den Horst und turnen im Baum herum. Bisweilen gelangen sie dabei auch in Bodennähe. Sind sie auf dem Waldboden angelangt, suchen sie sich den nächsten Baum oder Strauch und klettern mit Hilfe ihres Schnabels wieder hoch. Nach weiteren 6 Tagen sind sie in der Lage alleine hochzufliegen. Während dieser Zeit werden sie von den Eltern bewacht und selbstverständlich auch gefüttert. Die lauten Bettelrufe erleichtern es den Eltern ihre Jungen wieder zu finden.

Überwinterungsplätze
Da Waldohreulen auch außerhalb der Brutzeit gerne in Gesellschaft ihrer Artgenossen leben, sammeln sie sich im Winter in nahrungsreichen Lebensräumen.
Besonders geeignete, dichte Nadelbäume werden als Massenschlafplätze benutzt, an denen sich Eulen aus einer ganzen Region zusammenfinden. Manche Überwinterungsplätze werden von ihnen seit Jahrzehnten traditionell jedes Jahr aufgesucht.

Kurioses und Nettes
Eine Waldohreule frisst pro Jahr ca. 19 kg Mäuse.

Waldohreulen lieben Regenbäder. Dabei stehen sie in vorgebeugter Haltung auf einem Ast, das Gefieder gesträubt, die Flügel weit geöffnet, der Körper schaukelt dabei hin- und her.

Wenn sich Turmfalke, Sperber, Elster, Krähe oder Waldohreule für das gleiche Nest interessieren, entscheidet zumeist wer das erste Ei legt, über den späteren Besitz. So wurde auch schon einmal in einem Elstergelege ein Waldohreulenei gefunden.
Es kam auch bereits zur Bebrütung und erfolgreichen Aufzucht einer jungen Waldohreule bis zum Flüggewerden durch ein Sperberpaar.