Steinkauz

Eine der kleinsten Eulen Österreichs

Steinkauz © EGS
Steinkauz auf Ast © Jozef Mihok

Körpermaße
Länge: 21-23 cm
Flügelspannweite: 54-58 cm
Gewicht: 172-175 g

Nahrung

Kleinsäuger, Vögel, bis zu 75 % Insekten und Regenwürmer.
Besonders in feucht-kühlen Nächten machen Regenwürmer bis zu 85 % der Nahrung bei der Jungenaufzucht aus.
Maikäferjahre haben eine überaus positive Auswirkung auf die Bestandsentwicklung.

Beschreibung
Kleine Eule, kurzschwänzig.
Oberseite dunkel graubraun mit weißen Tupfen, Unterseite rahm – gelblichweiß mit braunen Längsflecken.
Charakteristisch ist in Ruhehaltung die kugelige Gestalt in der Silhouette.
Iris zitronengelb, schmale, weißliche Überaugenstreifen („Augenbrauen“).
Flachköpfig durch fehlende Federohren und niedere Stirn.

Fortpflanzung
Brutzeit: April-Juni
Gelege: 3-5 reinweiße, glanzlose Eier
Brutdauer: 26-28 Tage
Nestlingsdauer: 4-5 Wochen
Junge lösen sich mit 2-3 Monaten von den Eltern

Lebensraum
Offene, grünlandreiche Landschaften mit reichem Höhlenangebot und zahlreichen Sitzwarten; In pannonischem Klima relativ häufig;
Obstwiesen, Dorfränder, Grünland mit Viehweiden, Kopfbäumen und Baumgruppen;
Fehlt in Wald- und Gebirgslagen, da die Jagd für diese kleine Eule ab 10-15 cm hoher Schneedecke nicht möglich ist.

Schutzmaßnahmen
Naturnah genutzte Weiden und Wiesen und Uferzonen mit niedriger Vegetation sowie Streuobstwiesen tragen am besten zum Erhalt unserer Steinkauzpopulation bei.
Zusätzliches Nistplatzangebot oder ein erhöhtes Angebot an Kopfbäumen können ebenfalls hilfreiche Schutzmaßnahmen darstellen.

Gefährdungen
Veränderungen und Zerstörungen des Lebensraumes stellen die schwersten Gefährdungen für diese Eulenart dar. Alte Obstbaumbestände werden durch Plantagen aus Spalierobst ersetzt, extensiv genutzte Weideflächen, die eine Vielzahl an Insekten beherbergen, werden in Äcker umgewandelt und moderne Scheunen und Ställe bieten keinen Zugang und daher auch keine Nistmöglichkeiten und kein Nahrungsangebot oder Schutz vor widrigen Witterungsumständen, vor allem in schneereichen Wintern.
20% aller Steinkäuze kommen im Straßenverkehr um, bis zu 4%, bisweilen ganze Bruten, ertrinken in Viehtränken mit glatten Wänden (ein Rettungsfloß würde helfen), bis zu 5% sterben in Kaminen und Dachrinnen. Erreichen die Schneedecken im Winter 7 cm Höhe, finden Steinkäuze oft nicht mehr ausreichend Nahrung – auch das trägt bedauerlicher Weise zu ihrem Rückgang bei.
Direkte menschliche Nachstellung forderte vor einigen Jahren ihren Tribut: Steinkäuze wurden in Fassadengehegen gefangen und getötet, als Lockvogel zum Singvogelfang missbraucht und auch aus Aberglauben teilweise lebend an Scheunentore genagelt.

Lockvogel

Steinkäuze lösen bei Kleinvögeln und Spechten angeborene Hassreaktionen in Form von Flugattacken und lautstarken Beschimpfungen aus. In Österreich und Randgebieten wurden Steinkäuze seit dem Mittelalter, als Wichtel bezeichnet und zur Singvogeljagd missbraucht.

Totenvogel?
Viele Eulenarten, vor allem der Waldkauz, wurden früher als Boten des Todes angesehen. Auch der kleine Steinkauz wurde zu den Totenvögeln gezählt und deshalb verfolgt. Eine Erklärung für diesen Aberglauben könnte sein, dass sich Steinkäuze von Insekten ernährten, die von Lampen und Kerzen angelockt wurden, die Zimmer sterbenskranker Menschen erhellten. Was lag da näher als einem „unheimlichen“ Nachttier, das noch dazu knapp vor einem Todesfall am Fensterbrett erschien, die Schuld für das Ableben zuzuschreiben?

Wissenswertes
Steinkäuze wurden zwischen 1906 und 1910 auf der Südinsel Neuseelands eingebürgert, um die Bestände der davor eingebürgerten europäischen Singvögel zu regulieren. Seither hat sich der Steinkauz als „German Owl“ gut eingelebt.Der Name Steinkauz weist auf Brutplätze, wie Felswände, Steinbrüche und Ruinen hin. Mitteleuropäische Steinkäuze sollten aber eher als „Baumkäuze“ bezeichnet werden, da bis zu 92% der Brutplätze in Obstbäumen, Weiden, Pappeln, Linden und Eichen gewählt werden.

Bauanleitung Nistkästen