Habichtskauz

Habichtskauz © EGS

Körpermaße
Größe: 54-61 cm
Gewicht: Männchen: 540-730 g
Weibchen: 720-1200 g

Flügelspannweite
Männchen: 115 cm
Weibchen: 125 cm

Beschreibung
Große Eule mit langem keilförmig abgerundeten Schwanz. Gefiederfarbe grau bis graubraun, Brustgefieder längs gestreift. Deutlicher heller Gesichtsschleier mit dunklem Rand. Relativ kleine dunkle Augen.

Fortpflanzung
Brutplätze sind Baumhöhlen, ausgefaulte Baumstrünke, verlassene Horste anderer Vögel.
Gelege mit 2-3 (max. 7) Eier
Brutbeginn März/April
Brutdauer  27-29 Tage
Nestlingsdauer 34-35 Tage

Nahrung
Kleinsäuger hauptsächlich Wühl- und Waldmäuse, auch Bilche und Maulwürfe, seltener Vögel, Amphibien und Insekten.

Lebensraum

Bevorzugt Buchenmischwälder, braucht unbedingt lichte Altholzbestände und Waldlandschaften mit nahrungsreichen Freiflächen und extensiv genutztem Grünland.

Vorkommen
In Österreich Wiederansiedelungsprogramm im Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Sporadische Vorkommen in Grenzgebieten zu Italien, Slowenien und Tschechien.
Nordeuropa: Skandinavien und Baltikum
Südosteuropa: Italien, Slovenien, Ungarn, Slowakei, Karpatenbogen
Erfolgreiche Wiederansiedelung in Bayern und Tschechien.

Lebensweise
Habichtskäuze bewohnen ein Revier von 3-5 km². Sie sind monogam und schon im Alter von ca. 10 Monaten geschlechtsreif. Während der Brutzeit verteidigen sie ihren Nestbereich und ihre Jungen vehement gegen Eindringlinge. Das Brutgeschehen und die Betreuung der kleinen Jungen obliegen ausschließlich dem Weibchen. Es wird während dieser Zeit vom Männchen mit Futter versorgt. Nach dem Verlassen des Nestes werden die Jungen noch weitere 2 Monaten von den Eltern versorgt.
Habichtskäuze sind dämmerungs- und nachtaktiv, währen der Jungenaufzucht und im Winter auch tagaktiv. Während der Balz hört man ihren Gesang bei Eintritt der Dämmerung und am frühen Morgen vor Sonnenaufgang. Ihre Territorialrufe ähneln dem Bellen eines Hundes.
Habichtskäuze sind Ansitzjäger. Sie lokalisieren ihre Beute meist akustisch und segeln zum Ergreifen knapp über den Boden. Sie können Beutetiere sogar unter einer 20-30 cm dicken Schneedecke lokalisieren.
Seinen Namen erhielt der Habichtskauz übrigens durch die kräftige Querbänderung auf seinem Schwanz und seinen Flügeln. Diese ähneln denen eines Junghabichts. Genauso gewandt wie ein Habicht fliegt der Habichtskauz als Waldeule auch zwischen den Zweigen und Ästen der Bäume hindurch.

Verwechslung Habichtskauz – Waldkauz

Waldkauz erreicht nur zu ca. 2/3 die Größe des Habichtskauzes.
Gefiederfarbe sehr ähnlich, Waldkauz hat allerdings auch quergestreiftes Brustgefieder – Habichtskauz nur Längsstreifung.
Schwanz Waldkauz kurz – Habichtskauz lang
Waldkauz hat keinen ausgeprägten Gesichtsschleier.

Zukunft des Habichtskauzes in Österreich
Seit 2007 wird versucht diese in Österreich ausgestorbene Eule wieder hier anzusiedeln. Durch die Ausweisung von Schutzgebieten und die sukzessive Umstellung auf nachhaltige Waldbewirtschaftung haben sich die Lebensbedingungen für den Habichtskauz in den letzten Jahren wieder verbessert. In den beiden für die Wiederansiedelung ausgewählten Schutzgebieten, dem Biosphärenpark Wienerwald und dem Wildnisgebiet Dürrenstein, wurden in den letzten Jahren regelmäßig nachgezüchtete Jungtiere aus dem Verein Eulen- und Greifvogelschutz freigelassen. Die Eulen fanden sich in ihrem neuen Lebensraum so gut zurecht, dass es mittlerweile wieder mehre Brutpaare im Freiland gibt, die erfolgreich ihre Jungen großziehen.

Bedrohung
Straßenverkehr – Habichtskäuze fliegen bei ihrem Jagdflug knapp über dem Boden.

Kollisionen mit Stromleitungen und Zäunen.

Illegale Abschüsse - Habichtskäuze verhalten sich sehr vertraut und flüchten erst wenn sich der Beobachter auf wenige Meter nähert.

Artenschutz für Habichtskäuze