Dohle

Dohle © EGS
Junge Dohlen © EGS

Körpermaße
Länge: 33- 34 cm
Flügelspannweite: 64- 73 cm
Gewicht: 193- 290 g

Unterschiede zu anderen Krähenvögeln

Geringere Größe, grauer Hinterkopf und Nacken, graue Ohrdecken, hellgraue Iris, schnellere Bewegungen. Der dunkle, graubraune Schnabel ist kurz und trägt gemeinsam mit der relativ hohen Stirn zum Kindchenschema der Dohle bei.
Schreitet am Boden selbstbewusst in aufrechter Haltung. Fliegt im Herbst gerne gemeinsam mit Saatkrähen und  fällt durch schnelleren Flügelschlag und metallische Rufe (kja´) auf.

Nahrung
Große Insekten, Schnecken, Regenwürmer, Eidechsen, Vogeleier-vor allem von Tauben-, gelegentlich auch Jungvögel kleinerer Singvogelarten. Getreidekörner, Hülsenfrüchte, Salat, Erdäpfelknollen, Obst,  Abfälle;
Jungvögel fressen Käfer, Schmetterlingsraupen, Spinnentiere, Regenwürmer.

Fortpflanzung
Brutzeit: Mitte April bis 1. Maidekade
Gelege: 4- 6 Eier
Brutdauer: 17-19 Tage
Nestlingsdauer: rund 32 Tage

Kalte, regnerische Frühsommertage und Einsatz von Insektenvertilgungsmittel verursachen hohe Opferzahlen unter jungen Dohlen.

Lebensraum
Lebt weit verbreitet in österreichischen Niederungen; Bevorzugt fruchtbares Grün- und Ackerland zur Nahrungssuche, wie halboffene Park- und Kulturlandschaften;
Witterungs- und störungsgeschützte Höhlen oder Nischen als Brutplatz, z. B. in Türmen und Burgen, Kamine höherer Häuser und Baumhöhlen.

Schutzmaßnahmen
Das Fehlen geeigneter Brutmöglichkeiten ist heute sicher Hauptursache für geringe Dohlenbestände. Dem kann man durch Anbieten von Nistkästen oder Einrichten von bruttauglichen Mauernischen entgegen wirken.

Ein rigoroses Jagdverbot ohne Ausnahmebewilligungen für Krähenvögel im Allgemeinen und Dohlen im  Speziellen wäre ebenso wichtig, wie auch eine tolerantere Einstellung gegenüber allen Beutegreifern.

Nur wenige junge Singvögel oder deren Gelege verschwinden in einem Dohlenmagen, aber eine naturnahe Garten- oder Parkgestaltung, mit dichten Sträuchern die brütenden Singvögeln Schutz, Zuflucht und Nahrung bieten, tragen mehr zur Wiederherstellung eines biologischen Gleichgewichtes bei als jagdliche Regulierungsmaßnahmen.

Dohlen verlieren Lebensräume durch

  • Gebäudesanierungen ohne Rücksichtnahme.
  • Kahlschlag von Altholz, Fällen hohler Bäume, baumchirurgische Maßnahmen in Stadtparks und Alleen.
  • Verknappung der Nahrung durch Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem durch Biozid Einsatz.
  • Rückgang von Großinsekten wie Maikäfer.

Wissenswertes
Dohlen wurden für wissenschaftliche Versuche herangezogen, um das Zählvermögen von Tieren zu erforschen.

Dohlen werden erst mit 1-2 Jahren geschlechtsreif, entscheiden sich aber zumeist schon im Alter von 5 Monaten für ihren Partner.

Hochrangige Dohlenmänner können niedrigrangige Weibchen "heiraten". Das erwählte Weibchen rückt sofort in den Rang seines Partners auf und benimmt sich auch so. Umgekehrt kann sich ein niedrigrangiger Mann niemals mit einer höherrangigen Frau verpaaren.

Das Fehlen eines Koloniemitgliedes wird vom Rest der Gruppe bemerkt und erkannt.

Die dominantesten Männchen unterstützen niedrigrangige Dohlen, die in der Gruppe in Bedrängnis geraten sind.

Sperber sind als Feindbild angeboren, Bodenfeinde werden von den Eltern erlernt. Turmfalken erregen als „natürliche Nachbarn“ keine Aufmerksamkeit.

Dohlen sind bei neuen Futterquellen sehr vorsichtig. Zunächst beobachten sie Sperlinge und Stare und wagen sich danach erst an das neue Futter.

Dohlen werden, wie alle anderen Rabenvögel auch, zu den Singvögeln gezählt.

Bauanleitung Nistkästen