Arbeitsweise

Stationsansicht mit Krähenvoliere © VIER PFOTEN
Jung-Uhu mit Ammeneltern © VIER PFOTEN

Die EULEN- UND GREIFVOGELSTATION Haringsee ist ein Tierheim und eine Pflegestation für verletzte und verwaiste Wildtiere  mit dem Schwerpunkt Eulen- und Greifvögel. Ziel ist es, verlassene oder beschlagnahmte Jungtiere und Wildtier-Patienten so zu betreuen, dass sie möglichst wieder in die Natur entlassen werden können.

Ammenpaare ziehen Jungvögel auf

Die EULEN- UND GREIFVOGELSTATION Haringsee ist die einzige Pflegestation, in der Ammen-Elternpaare fast aller heimischer Eulen- und Greifvogelarten für die Aufzucht von Jungtieren zur Verfügung stehen. So wird eine Fehlprägung der Tiere auf den Menschen durch Handaufzucht verhindert. Diese ist für die Tiere sehr schädlich und nach der 2. Tierhaltungsverordnung des österreichischen Tierschutzgesetzes verboten.

Vielfältige Aufgaben
Sollten Wildvögel aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen nicht mehr in Freiheit entlassen werden können, verbringen sie als Ammeneltern für verletzte oder verwaiste Jungvögel ein artgemäßes Leben in der Station in Haringsee.
Regelmäßig werden auch Feldhasen, Igel, Fledermäuse, Sumpfschildkröten und andere kleine heimische Wildtiere fachmännisch versorgt und wenn möglich wieder ausgewildert.

Hohe Standards und spezielle Gestaltung

  • Ruhige Volieren ohne Störung durch zu viel menschlichen Kontakt
  • Rückzugsmöglichkeiten, wie auch in der freien Natur vorhanden
  • Spezielle Rücksichtnahme auf nachtaktive Arten
  • Ausgiebige Badebecken für die wichtige Gefiederpflege
  • Paarweise Haltung, wie es der Natur der monogamen Tiere entspricht
  • Jungvogelfindlinge werden durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen.
  • Artgerechtes Futter und Nistmaterial für den Nestbau
  • Beschäftigungsmöglichkeiten in den Volieren
  • Spezielle Betreuung und Aufzucht von Wildtierfindlingen

Informationsarbeit ist eine wichtige Aufgabe
Jährlich erreichen die Stationsmitarbeiter etwa 1.000 Anfragen – Tendenz steigend.

Zu Wildvögeln
Routineanfragen haben meist den Umgang mit Bruten und Jungvögeln zum Inhalt. Die Station bemüht sich, Missinterpretationen ganz natürlicher Situationen und damit auch unnötige Interventionen zu verhindern. Viele Leute, die z. B. Waldohreulenbruten im eigenen Garten beobachten, meinen, die Jungen im „Ästlingsalter“ seien hilflos und von den Eltern unversorgt. Da diese Bedenken nahezu immer unbegründet sind, lassen sie sich meist mit einer kurzen Erklärung der Brutbiologie und dem Aufzeigen der Möglichkeit, das Fütterungsgeschehen ohne Störung zu überwachen, zerstreuen. In seltenen Fällen, in denen tatsächlich Handlungsbedarf gegeben scheint, werden die Umstände durch einen Stationsmitarbeiter überprüft und die Vorgangsweise der jeweiligen Situation angepasst.
       
Viele Anfragen beziehen sich auf die Möglichkeit, Greifvogel- und Eulenarten aber auch andere Wildtiere durch Gartengestaltung und Nistplatzangebot zu unterstützen. In solchen Fällen werden geeignete Unterlagen zugesendet.

Zu anderen Tierarten
Auch hier sind in erster Linie Wildtiere betroffen, die in unmittelbarer Umgebung menschlicher Siedlungen und Städte leben. Marder auf Dachböden, Dachse, die Gärten verwüsten, Füchse, die Gartenbesitzer verunsichern, Spechte, die Fassaden zerhacken, Brutplätze von Mauerseglern und Turmfalken, die durch Renovierungsarbeiten gefährdet sind.